Samstag, 15. Dezember 2018

Gründerkolumne Digitale Transformation 2.0@14

Netzwerkkabel: Die Welt ist vernetzt - und Deutschland hinkt hinterher

5. Teil: Deutschlands digitale Transformation

Kommen wir zurück zum zurückliegenden Weihnachtsfest: Dieses wurde wie eingangs beschrieben im Wesentlichen bestimmt durch Apple, Facebook, Amazon, eBay, Twitter, Spotify, Skype, Google & Co. Die digitale Transformation in Deutschland wird also durch ausländische Unternehmen vorgegeben und im Hinblick auf das ausspionieren unserer Weihnachtsstimmung durch die NSA auch von ausländischen Regierungen.

Es ist aber an der Zeit, dass Deutschland die digitale Transformation auch selbst in die Hand nimmt. Das bedeutet dabei sicherlich nicht, dass dies regulativ verordnet werden kann. Aber sicherlich brauchen wir ein höheres Verständnis auf allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gerade auch der politischen Ebenen für dieses Thema.

Wir brauchen eine übergeordnete Netzpolitik, die sich den Herausforderungen der digitalen Transformation seiner Gesellschaft stellt. Wir brauchen aber auch eine wissenschaftliche Grundlage für das Verständnis der neuen Möglichkeiten. Gerade hierzu könnte das Wissenschaftsjahr 2014 den Startschuss geben. Wenn auch verspätet, so vielleicht noch rechtzeitig!

Eine Netzpolitik muss sich 2014 darum kümmern, dass jeder Bürger die prinzipielle, bildungsneutrale und schnelle Möglichkeit bzw. Chance für eine Teilnahme am Internet bekommt. Eine Netzpolitik muss sicherstellen, dass der stationäre und mobile Zugang zum Internet für jeden Bürger prinzipiell möglich, finanzierbar und nicht limitiert im Hinblick auf den Datentransfer erfolgen kann. Eine Netzpolitik muss dafür sorgen, dass die Kompetenzvermittlung mit und für das Internet zu neuen Freiheitsgraden in der Nutzung für jeden heranwachsenden Netzteilnehmer der aktuellen und zukünftigen Gesellschaft wird. Eine Netzpolitik muss die Chancen der persönlichen Entwicklung über und mit digitalen Medien im beruflichen und alltäglichen Leben über die möglichen Gefahren stellen.

Eine Netzpolitik muss die digitale Wirtschaft und die zugehörigen Startups fördern sowie darüber hinaus die Transformation der klassischen Industrie in der Nutzung von elektronischen Produkt- und Prozessinnovationen begleiten.

Deutschland ist sicherlich kein digitales Entwicklungsland, aber Vorreiter eben auch nicht. Frohes neues digitales Jahr 2014!

Tobias Kollmann ist Professor für BWL und Wirtschaftsinformatik an der Universität Duisburg-Essen. Seine Schwerpunkte sind E-Business und E-Entrepreneurship.

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