Mittwoch, 7. Dezember 2016

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US-Geschäft treibt Gewinn der Deutschen Telekom Verkaufskandidat T-Mobile US wird zum Wachstumstreiber

Telekom-Chef Tim Höttges: "Setzen unseren Wachstumskurs fort"
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Telekom-Chef Tim Höttges: "Setzen unseren Wachstumskurs fort"

Bonn - Das brummende Geschäft in den USA und der schwache Euro treiben das Wachstum der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen weiter an. Die Bonner verdienten im dritten Quartal mit 809 Millionen Euro rund 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dazu trugen auch geringere Kosten für den Personalumbau bei. Auch ohne Sondereinflüsse wäre das Ergebnis um fast ein Drittel geklettert.

Die T-Aktie gab trotz des Gewinnsprungs am Donnerstag im frühen Handel nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem Motto "sell on good news": Die Aktie der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen war im Vorfeld der Zahlenvorlage bereits deutlich gestiegen.

Konzernchef Tim Höttges verwies auf erneut gestiegene Investitionen in die Netze als Basis für den Erfolg. Haupttreiber bleibt aber das Geschäft der US-Tochter T-Mobile US, die bei Umsatz und operativem Ergebnis das Tempo im Konzern vorgibt.

Die Mobilfunksparte in Amerika ist mittlerweile der größte Konzernteil des ehemaligen Staatsmonopolisten. Mehrere Versuche, das US-Geschäft zu verkaufen, waren in den vergangenen Jahren gescheitert - inzwischen hat die Deutsche Telekom mit dem Verkauf keine Eile mehr.

Der Umsatz kletterte konzernweit um 9,3 Prozent auf 17,10 Milliarden Euro. Das war ein geringerer Zuwachs als erwartet. Allerdings waren in den Schätzungen der Experten die in der vergangenen Woche vorgelegten Zahlen aus den USA zum größten Teil noch nicht eingerechnet. Auch ohne Wechselkurseffekte und Zu- wie Verkäufe konnte die Telekom ihre Umsätze um 2,2 Prozent steigern.

Wachstum in Deutschland recht bescheiden

In Deutschland fiel das Wachstum insgesamt bescheiden aus, im Mobilfunk verzeichnete die Telekom mit Sprache und Daten ein Minus von 0,4 Prozent. Höttges verwies aber auf ein besseres Abschneiden im Breitbandgeschäft mit VDSL und Glasfaseranschlüssen. In der Europasparte gab es wie erwartet weitere Rückgänge. Etwas besser lief es bei der Geschäftskundentochter T-Systems.

Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stieg um 12,9 Prozent auf 5,17 Milliarden Euro. Für das kräftige Plus war allein T-Mobile US verantwortlich.

Höttges und sein Finanzchef Thomas Dannenfeldt sehen den Konzern weiter auf Kurs zu den finanziellen Jahreszielen. Die positiven Wechselkurseffekte herausgerechnet, will das Unternehmen 2015 weiter 18,3 Milliarden Euro operativen Gewinn erzielen. In den ersten neun Monaten hat die Telekom hier 14,77 Milliarden Euro verdient, allerdings inklusive positiver Effekte durch Wechselkurse von 666 Millionen Euro.

la/dpa/reuters

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