Donnerstag, 18. Oktober 2018

Trotz Frauenquote Die Macht im Aufsichtsrat gehört den Männern

Paul Achleitner ist Topverdiener unter den deutschen Top-Aufsichtsräten im Dax

Die Vergütungen der Aufsichtsräte der Dax-30-Konzerne ist 2017 auf Rekordniveau gestiegen. Topverdiener unter den Aufsehern ist Paul Achleitner, Chefkontrolleur der Deutschen Bank. Die Studie zeigt auch: Trotz Frauenquote bleiben die Aufsichtsräte eine Männerdomäne.

Die Deutsche Bank zahlt ihrem Chefkontrolleur Paul Achleitner so viel wie kein anderes Unternehmen im deutschen Leitindex Dax einem Aufsichtsratschef. Mit einer Einzelvergütung von 800.000 Euro verwies der Österreicher 2017 BMW-Chefaufseher Norbert Reithofer (640.000 Euro) und den ehemaligen Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme (617.000 Euro) auf die Plätze, geht aus einer neuen Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor.

Allerdings musste Achleitner, der neben der Deutschen Bank auch in den Kontrollgremien von Daimler und Bayer sitzt, für sein Geld mehr arbeiten als viele andere Aufsichtsräte - insgesamt nahm er an 70 Aufsichts- und Ausschusssitzungen teil.

Achleitners Frau, die Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner, kam als Aufsichtsrätin bei der Deutschen Börse, Linde und der Münchener Rück, zwar nicht auf das Salär ihres Mannes. Mit ihr schaffte es aber erstmals eine Frau in die Top-Ten unter den einflussreichsten Aufsichtsräten der Republik. In dieser Rangliste, bei der unter anderem die Anzahl der Mandate eine Rolle spielt, liegt Ann-Kristin Achleitner auf dem neunten Platz, Paul Achleitner auf dem dritten.

Vergütung der Aufseher steigt auf Rekordniveau

Den ersten Platz teilen sich hier Ex-Allianz-Chef Michael Diekmann und der ehemalige Merck-Chef Karl-Ludwig Kley. Diekmann sitzt dem Allianz-Aufsichtsrat vor und gehört daneben den Kontrollgremien von BASF, Fresenius und Siemens an. Kley ist Chefaufseher bei der Lufthansa und E.ON und gehört zudem dem BMW-Aufsichtsrat an.

Insgesamt ließen sich die 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 laut DSW ihre zusammen fast 500 Aufsichtsräte 88,4 Millionen Euro kosten - 6 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie. Dabei sind die Aufsichtsratsvergütungen immer weniger an den Erfolg der Unternehmen geknüpft. Kein Dax-Unternehmen verwende mehr eine ausschließlich kurzfristige variable Vergütung, sagte Christiane Hölz von der DSW am Dienstag.

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