Donnerstag, 27. April 2017

Siegfried Russwurm bestätigt Interesse - "große Ehre" Siemens-Manager als neuer Bahn-Chef im Gespräch

Die Bahn kommt: Doch wer wird neuer Chef?

Bei der Suche nach dem nächsten Bahn-Chef ist ein neuer Name aufgetaucht. In Kreisen des Aufsichtsrats des Unternehmens wird der Siemens-Manager Siegfried Russwurm (53) als möglicher Nachfolger für den überraschend zurückgetretenen Rüdiger Grube (65) diskutiert. Im Kanzleramt wie im Verkehrsministerium sei sein Name genannt worden. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (17. Februar) im Handel ist. Russwurm verantwortet bisher bei Siemens das Technologieressort. Sein Vertrag bei dem Münchener Unternehmen läuft Ende März aus.

Rücktritt von Rüdiger Grube: Abgekoppelt

Russwurm ist gelernter Ingenieur und gilt als Experte für den digitalen Wandel. Aufsichtsräte der Bahn trauen ihm dem Vernehmen nach die Sanierung des angeschlagenen Staatskonzerns zu.

Russwurm bestätigt Interesse: "Ehre, als Kandidat genannt zu werden"

Russwurm sagte am Freitag, es sei eine große Ehre, im Kandidaten-Kreis genannt zu werden. "Aber jenseits aller Spekulation gilt: Für einen solchen Job bewirbt man sich nicht, sondern wird nach intensiver Prüfung ausgewählt", betonte Russwurm. Die Auswahl liege in den Händen der Politik.

Der Bund ist Eigentümer der Bahn. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen soll die Entscheidung über den neuen Bahnchef "bis Ende Februar, Anfang März fallen und auch verkündet werden". Der Aufsichtsrat tagt am 22. März wieder.

Der bisherige Bahnchef Rüdiger Grube war im Januar überraschend zurückgetreten. Als mögliche Nachfolger wurden auch schon der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und das frühere Bahn-Vorstandsmitglied Volker Kefer genannt.

"Neuen Herausforderungen nicht verschließen"

Russwurm betonte: "Für diese Aufgabe ist ein sehr breiter, parteiübergreifender Rückhalt neben der technisch-industriellen Expertise essenziell für den Erfolg des Unternehmens." Nur so könnten die komplexen Herausforderungen des Unternehmens tatkräftig bewältigt werden. "Und das geht nur im engem und vertrauensvollen Zusammenwirken zwischen dem gesamten Vorstand, der Politik - idealerweise im parteienübergreifenden Konsens - sowie den Sozialpartnern."

Seinen Abgang bei Siemens hatte Russwurm im September damit begründet, er wolle sich "auch möglichen neuen Herausforderungen nicht verschließen".

Der promovierte Ingenieur hatte 1992 bei der Siemens-Medizintechnik angefangen und gehört seit 2008 dem Konzernvorstand an. Dort hatte er den wichtigen Industriesektor geleitet, inzwischen soll er als oberster Technikchef Digitalisierung und Innovationen vorantreiben und ist zudem für die Medizintechnik, den Nahen Osten und das Russland-Geschäft zuständig

Joe Kaeser, Siegfried Russwurm (rechts): Russwurms Vertrag bei Siemens läuft Ende März aus. Er könnte Rüdiger Grube als Bahnchef beerben
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