Mittwoch, 20. März 2019

Führungskräfte müssen umdenken Bahn schafft neue Leistungs- und Karriereprinzipien

"Wir ändern die Spielregeln": Personalchef Ulrich Weber lässt seine Führungskräfte bei der Deutschen Bahn künftig rotieren und schafft quasi die individuelle Erfolgsbeteiligung ab

Die 4500 Führungskräfte der Deutschen Bahn müssen sich an neue Führungs- und Karrierevorschriften gewöhnen. "Wir ändern die Spielregeln", sagte Personalchef Ulrich Weber im Interview mit dem "Handelsblatt".

Seit Januar zähle nur noch die Gemeinschaftsleistung bei der Bahn. Individuelle Ziele seien aus dem Katalog der jährlichen Erfolgsbeteiligung gestrichen. "Ab jetzt zählt nur noch der Erfolg des Gesamtsystems Eisenbahn in Deutschland." Ob dies auch für den Vorstand gelte, entscheide der Aufsichtsrat.

Die Bahn wolle zudem eine bessere übergreifende Zusammenarbeit - zwischen dem Fernverkehr, den Teams auf den Bahnhöfen oder in den Werkstätten. "Dafür müssen wir das Silodenken aufbrechen", sagte Weber.

Auch so genannte Kaminkarrieren sind laut Weber abgeschafft. "Wir haben neue Karriere- und Rotationsregeln eingeführt, die mehr Leben in die Firma bringen sollen", sagte der Personalchef weiter. "Niemand soll länger als sieben Jahre auf ein und demselben Posten sitzen."

Der Konzern wendet sich damit laut Zeitung von früheren Leistungs- und Karriereprinzipien ab, die unter anderem zu Problemen wie sich häufende Verspätungen geführt haben.

Die Bahn war 2016 nach einem Verlustjahr zuvor wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der bundeseigene Konzern erzielte einen Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,8 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Rüdiger Grube am Dienstagabend bei einem Empfang in Berlin bekannt gegen hatte. Das detaillierte Zahlenwerk für das vergangene Jahr wird die Bahn-Spitze im März vorlegen.

rei/dpa-afx

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung