Montag, 26. September 2016

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Milliarden-Belastungen bei der Deutschen Bahn Bahn-Chef Rüdiger Grube räumt Fehler ein

Bahn-Chef Rüdiger Grube: "Zu sehr in Zuständigkeiten gedacht"
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Bahn-Chef Rüdiger Grube: "Zu sehr in Zuständigkeiten gedacht"

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat angesichts schwacher Geschäftszahlen Fehler der Konzernleitung zugegeben. "Vielleicht haben wir bisher zu sehr in Zuständigkeiten gedacht - und nicht in Verantwortlichkeiten", sagte Grube am Donnerstag in Berlin im Beisein seiner Vorstandskollegen. In den vergangenen Jahren sei manchmal der Eindruck entstanden, "die Bahn als ehemaliger Staatsmonopolist habe sich im wesentlichen aufs Defensivspiel verlegt", bekannte Grube bei der Präsentation des weiteren Konzernumbaus sowie eines Programms für mehr Qualität, Service und Pünktlichkeit. Der Vorstand hatte diese am Mittwoch im Aufsichtsrat vorgestellt. Nun gelte: "Wir spielen offensiv", sagte Grube.

Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit einem hohen Verlust. Für den geplanten Konzernumbau erwarte das Unternehmen Sonderbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro, teilte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag in Berlin mit. Allein 1,3 Milliarden Euro machen Sonderabschreibungen im Schienengüterverkehr aus, weitere 700 Millionen Euro entfallen auf Restrukturierungskosten für den Konzernumbau. Wie hoch die Wertberichtigungen tatsächlich ausfallen, werde sich erst beim Jahresabschluss 2015 zeigen, sagte Grube.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, sollen im Fernverkehr bis zum Jahr 2020 fast sechs Milliarden Euro investiert werden, in den Schienengüterverkehr 1,2 Milliarden. 1,4 Milliarden Euro sollen in die Konzerntochter DB Schenker Logistics investiert werden. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hatte am Mittwoch grünes Licht für den geplanten Konzernumbau gegeben.

Stellenabbau bei Schenker Rail

Mit mehr Investitionen und einer effizienteren Struktur will die Deutsche Bahn zurück in die Erfolgsspur. Der Aufsichtsrat der Staatskonzerns billigte am Mittwoch ein entsprechendes Konzept von Vorstandschef Grube. Schwerpunkt sei das mehrjährige Programm "Zukunft Bahn", teilte das Unternehmen nach der Sitzung der Kontrolleure mit. Es sieht Investitionen von 20 Milliarden Euro vor, mit denen der Zugverkehr für die Kunden attraktiver und pünktlicher werden soll.

Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstag) will der Vorstand mindestens 2600 der 31.000 Stellen bei Schenker Rail streichen. Grube hatte im Oktober angekündigt, dass bei der Güterbahn "im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen". Er versprach damals, dass niemand arbeitslos werde. Die Bahn hat einen internen Stellenmarkt mit Vermittlung und Möglichkeiten der Umschulung und Weiterqualifizierung.

Pünktlichkeit, Service, Gewinn - Bahn-Chef muss liefern


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ts/AFP/Reuters

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