Donnerstag, 20. September 2018

Bilanz der Deutschen Bahn Mehr Fahrgäste, höherer Gewinn - aber immer noch unpünktlich

ICE der Deutschen Bahn: Im vergangenen Jahr zählte die Bahn 142 Millionen Fahrten, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr

Trotz Problemen mit der Pünktlichkeit sind im vorigen Jahr so viele Menschen wie nie zuvor mit Fernzügen der Deutschen Bahn gefahren. Der bundeseigene Konzern zählte rund 142 Millionen Fahrten, das sind 2,3 Prozent mehr als 2016. Der Fernverkehr profitierte von den zahlreichen Sonderangeboten des Unternehmens, gestiegenen Spritpreisen und der Konsolidierung bei der Fernbus-Konkurrenz, wo ebenfalls Preise anzogen.

Damit erzielte die Deutsche Bahn einen Rekordumsatz von 42,7 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent) und legte auch beim Gewinn zu. "2017 war wirtschaftlich ein gutes Jahr für die Bahn", sagte Vorstandschef Richard Lutz am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Treiber des Geschäfts seien neben dem Fernverkehr die Auslandssparten DB Arriva und DB Schenker gewesen, die mittlerweile fast die Hälfte des Umsatzes machten. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,69 Milliarden nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr.

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Unter dem Strich stand ein Gewinn von 765 Millionen Euro nach 716 Millionen im Jahr zuvor (plus 7 Prozent). Nach Abführung einer Dividende an den Bund bleiben der Bahn allerdings nur noch etwas über 300 Millionen Euro. Das ist zu wenig, um Investitionen zu finanzieren, so dass die Verschuldung weiter steigt. Ende 2017 lag sie bei 18,6 Milliarden Euro und damit eine Milliarde Euro höher als im Vorjahr.

Die Pünktlichkeitsquote der Bahn sank im Fernverkehr um 0,4 Punkte auf 78,5 Prozent. "Das ärgert uns", denn Ziel sei ein Sprung nach oben. In diesem Jahr liegt die Zielmarke bei 82 Prozent.

Im Schienengüterverkehr hat die Bahn die Wende noch nicht geschafft. Die Verkehrsleistung der Güterbahn sank um 2,3 Prozent. Vor Zinsen und Steuern erhöhte sich der Verlust (Ebit) auf 90 Millionen Euro nach 81 Millionen im Jahr 2016.

mg/dpa-afx/rtr

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