Samstag, 23. September 2017

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Geschäftsreisen zwischen München und Berlin Bahn oder Flieger? Diese neue ICE-Trasse ändert alles

Mit Tempo 300 durch Ostdeutschland: Auf diesen Strecken sparen Bahnfahrer am meisten Zeit
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Deutsche Bahn

Wenn Mitarbeiter des Technologiekonzerns Siemens Börsen-Chart zeigen zwischen den beiden Unternehmens-Hauptsitzen München und Berlin reisen, stehen sie bald vor einer neuen Fragestellung: Nehmen sie für den Trip wie gewohnt das Flugzeug - oder doch den Zug?

Denn ab dem 10. Dezember geht die neue ICE-Schnellfahrstrecke zwischen der bayerischen und der deutschen Hauptstadt in Betrieb. Dank einer Reisegeschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern dauert die Fahrt mit dem Sprinter nur noch knapp vier Stunden. Bisher sind es sechseinhalb.

"Die Verbindung erleichtert den Verkehr zwischen unseren Standorten erheblich", sagt ein Siemens-Sprecher gegenüber manager-magazin.de. Direkt an der seit der Wiedervereinigung geplanten Strecke liegt auch der wichtigste Siemens-Standort Erlangen/Nürnberg mit 44.000 Mitarbeitern. In München arbeiten 9000, in Berlin 11.500 Menschen für den Konzern. Das sind zusammen mehr als die Hälfte aller in Deutschland beschäftigten Siemensianer.

"Die größte Angebotsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn"

Nicht nur für sie ändert sich viel durch den 10-Milliarden-Euro-Bau. Von ihm profitieren laut Bahn insgesamt 17 Millionen Menschen, die in der Nähe der Strecke wohnen. "Das ist die größte Angebotsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn", sagt Unternehmenschef Richard Lutz.

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Der gesamte Geschäftsreiseverkehr entlang der insgesamt 689 Kilometer langen Bahnstrecke dürfte durcheinandergeraten. Fluggesellschaften wie Air Berlin Börsen-Chart zeigen und die Lufthansa Börsen-Chart zeigen bekommen einen ernsten Konkurrenten durch die Bahn, ebenso Flughäfen wie Nürnberg oder Leipzig-Halle.

"Es wird Verschiebungen geben", erwartet Geschäftsreisen-Expertin Inge Pirner, Präsidiumsmitglied beim Verband Deutsches Reisemanagement (VDR). "Dem Flugzeug werden garantiert Gäste abhandenkommen."

Besonders attraktiv wird die Bahn auf Verbindungen wie Nürnberg-Berlin oder Leipzig-München. Für diese Strecken benötigt der Zug künftig nur noch etwa drei statt knapp fünf Stunden. "Da müssen die Fluggesellschaften schauen, ob die Auslastung der Flugzeuge noch passt", sagt Pirner.

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