Mittwoch, 19. Dezember 2018

Vorstand strebt niedrige Bewertung an Delivery Hero will vor Börsengang tiefstapeln

Delivery Hero: Der Onlinelieferdienst will ab dem zweiten Quartal 2017 bereit sein für den Börsengang

Die Berliner Onlinelieferdienst-Gruppe Delivery Hero rechnet beim für dieses Jahr geplanten Börsengang mit einer eher niedrigen Bewertung. "Tiefstapeln und dann die Erwartungen übertreffen" sei die Strategie, sagte CEO und Mitgründer Niklas Östberg (36) dem manager magazin (Erscheinungstermin: 20. Januar).

Demnach peilt er nur einen leichten Aufschlag gegenüber dem Niveau der letzten Finanzierungsrunde aus dem Jahr 2015 an. Delivery Hero, das unter Marken wie Lieferheld, Pizza.de oder Foodora bekannt ist, wurde danach mit 2,9 Milliarden Euro bewertet. Da das Start-up in der Zwischenzeit etwa durch Zukäufe wuchs, wäre demnach von einer aktuellen Bewertung in Höhe von insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro auszugehen.

Delivery Hero will ab dem zweiten Quartal 2017 bereit sein für den IPO. Für die Integration der erst im Dezember hinzugekauften Foodpanda-Gruppe veranschlagt das Management demnach rund drei Monate.

Interne Unterlagen, die dem manager magazin vorliegen, belegen, dass sich die Liefergruppe in ihrem Kernmarkt Deutschland weiterhin schwertut. Delivery Hero ist hier zwar als Gruppe Marktführer, doch Konkurrent Lieferando holt rasch auf. Die Anzahl der vermittelten Bestellungen lag demnach bei der Tochter Pizza.de im vergangenenDezember bei knapp über einer Million, was einem Minus von gut 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspräche.

Interne Zahlen deuten auf Probleme in Deutschland hin

Trotz zweistelliger Zuwachsraten beim Schwesterportal Lieferheld stagniert das Deutschland-Geschäft bei insgesamt gut zwei Millionen vermittelten Bestellungen im Dezember (Lieferheld und Pizza.de, ohne Foodora). Östberg bestritt, dass die Zahlen für Pizza.de korrekt seien. In anderen Märkte, wie der Türkei (5,2 Millionen Bestellungen) oder Südkorea (2,9 Millionen Bestellungen), wuchs Delivery Hero hingegen kräftig.

Als größte Unbekannte gilt unter Investoren die Tochter Foodora, die in Großstädten eigene Kurierflotten betreibt. Zwar steigerte eine Werbeoffensive die Anzahl der Bestellungen in Deutschland auf knapp 167.000 im Dezember (plus 190 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat). Die gesamte Foodora-Gruppe macht laut Insidern jedoch hohe Verluste zwischen 5 und 6 Millionen Euro im Monat. Geschäftsführer Julian Dames (28) kündigte gegenüber dem manager magazin an, dass Foodora ab dem Frühjahr intensiver mit Marktplätzen wie Lieferheld und Pizza.de kooperieren werde. Foodora-Restaurants könnten sich dann auch auf diesen Websites listen lassen, um die Anzahl der Bestellungen zu erhöhen.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Februar-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen. Oder stöbern Sie hier in der digitalen Ausgabe des manager magazins.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH