Mittwoch, 22. November 2017

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Studie Dax-Konzerne wachsen vor allem im Ausland

Der Blutwäschse-Spezialist Fresenius Medical Care erwirtschaftet rund drei Viertel seiner Umsätze in den USA

Schon jetzt erwirtschaften die Dax-Konzerne mehr als 75 Prozent ihrer Umsätze im Ausland und beschäftigen dort auch mehr Menschen als in Deutschland. Das Ungleichgewicht wird zunehmen, sagen Experten.

Deutschlands Börsenschwergewichte erwirtschaften einer Studie zufolge den Großteil ihres Umsatzes im Ausland und beschäftigen dort auch mehr Menschen. Die starke Nachfrage außerhalb Deutschland habe aber auch für ausgelastete Fabriken auf dem Heimatmarkt gesorgt, heißt es in der Analyse des Prüfungsunternehmens EY.

"Das boomende Auslandsgeschäft hat den Standort Deutschland gestärkt", erläuterte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Nach seiner Einschätzung dürfte der Anteil Beschäftigung im Inland allerdings weiter sinken, auch wegen des Fachkräftemangels.

EY zufolge stieg die Zahl der Beschäftigten der 30 Dax -Konzerne im Ausland von 2012 bis 2016 insgesamt um 8,7 Prozent auf 2,14 Millionen. Die Konzerne erwirtschaftete mit zusammengerechnet 940 Milliarden Euro im vergangenen Jahr mehr als drei Viertel ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands.

Umsätze der Dax-Konzerne gingen in Deutschland zuletzt sogar zurück

Auf dem Heimatmarkt erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter den Angaben zufolge um 6,3 Prozent auf insgesamt 1,45 Millionen, obwohl der Umsatz leicht von 302 auf 301 Milliarden Euro sank.

Meyer rechnet damit, dass der Anteil der Beschäftigung in Deutschland insgesamt weiter sinken wird: "Anders als in der Vergangenheit werden die Unternehmen künftig mehr und mehr zentrale Bereiche wie Forschung und Entwicklung oder auch Vertrieb und Verwaltung im Ausland aufbauen". Gründe seien etwa der sich verschärfende Fachkräftemangel in Deutschland sowie spezifische Anforderungen an Produkte oder Vertriebsstrategien im Ausland.

Investitionen in Bildung seien nötiger denn je, um den Mangel an Fachkräften zu lindern, mahnte Meyer. Zudem könne die zunehmende Digitalisierung von Produktions- und Geschäftsprozessen helfen, die Kosten in Deutschland im Griff zu behalten und sogar zu senken.

rei/dpa-afx

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