Montag, 21. August 2017

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Ungenutzte Potenziale in vielen Betrieben Das Energieinvestment, das Firmen dicke Renditen bringt

Klima in Gefahr: Viele Unternehmen könnten mehr für die Energieeffizienz tun - und Kosten sparen

Als Mitte Dezember vergangenen Jahres die Mitarbeiter der Firma Roth Plastic Technology am Unternehmenssitz im hessischen Dautphetal zusammenkamen, war das bevorstehende Weihnachtsfest nicht der einzige Grund zum Feiern. Angestoßen wurde auch auf die Schlüsselübergabe einer neuen Logistikhalle, für die das rasch wachsende Unternehmen insgesamt rund sieben Millionen Euro investiert hatte.

Hauptsitz der Roth Industries in Dautphetal-Buchenau: Das Unternehmen tut viel für die Energieeffizienz.

Dabei handelt es sich nicht um irgendeine Werkshalle: Das 3650-Quadratmeter-Objekt wurde mit neuester Technik ausgestattet, mit deren Hilfe der Energieverbrauch optimiert, Kosten gespart und letztlich auch die Umwelt geschont werden sollen. Roth Plastic Technology kommt dabei die Zugehörigkeit zur unter anderem auf Energietechnik spezialisierten, weltweit agierenden Gruppe Roth Industries zugute, deren hauseigene Systemlösungen beim Bau der Halle eingesetzt wurden.

So verfügt die neue Immobilie nun über ein Energiekonzept, bei dem die Wärmeenergie, die in der Spritzgussfertigung des Betriebs entsteht, genutzt wird, um die gesamte Halle zu beheizen. Und mehr noch: Weil ausreichend Abwärme zur Verfügung steht, können auch noch die Verladeflächen im Außenbereich damit warmgehalten werden. So können Lkw-Fahrer ihre Trucks auch im Winter gefahrlos be- und entladen.

Die Logistikhalle im Dautphetaler Ortsteil Wolfgruben ist zwar das jüngste Beispiel für die Aktivitäten der Roth-Gruppe im Bereich Energieeffizienz. Das einzige ist es aber nicht. "Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tragen gemeinsam Verantwortung für den Umweltschutz", sagt Geschäftsführerin Christin Roth-Jäger. "Daher sehen auch wir uns als Unternehmen in der Pflicht."

Vor allem die Abwärmenutzung spielt bei Roth Industries eine wichtige Rolle. Ein weiteres Beispiel: Bereits seit 2011 beheizt das Unternehmen am Stammsitz Dautphetal-Buchenau eine 3300 Quadratmeter große Betriebshalle mit der Abwärme der dortigen Produktionsprozesse. Bestehende Heizlüfter sowie eine Heizkesselanlage mit einer Wärmeleistung von insgesamt 1250 Kilowatt (kW) wurden zu dem Zweck eigens gegen drei Sole/Wasser-Wärmepumpen mit je 220 kW Wärmeleistung und 180 kW Kälteleistung ausgetauscht.

"Wir entziehen Energie aus Prozessabwärme und wandeln diese mit Hilfe der Wärmepumpen auf ein höheres Temperaturniveau von etwa 50 Grad Celsius um", erläutert Projektleiter Volker Hedderich. So wird nicht nur die Produktionshalle beheizt. Vielmehr entsteht nach Angaben Hedderichs zudem auch noch Kaltwasser für den Fertigungsprozess.

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