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30.07.2013
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Bier-Trends
Craft-Bier soll deutsche Brauereien retten

Von Mirjam Hecking

Craft Beer: Handwerkskunst zum Trinken
Fotos
Fritzale

Die Deutschen trinken immer weniger Bier - weshalb sich die großen Brauereien seit Jahren einen ruinösen Preiskrieg liefern. Lange schien die Situation ausweglos. Doch nun gibt ein Trend aus den USA der Branche neue Hoffnung.

Hamburg/Plankstadt - Wenn es um Bier geht, gilt Deutschland als gelobtes Land. Doch die Chefs deutscher Brauereien zieht es derzeit woanders hin: Denver, Portland, Philadelphia, Boston und New York sind die Stationen der "Beer Experience Tour", zu der der Verband der Privatbrauereien seine Mitglieder im Oktober einlädt.

Elf Tage lang sollen sie dort bei einer Tour durch US-Kleinstbrauereien zusammen mit Verbandsgeschäftsführer Roland Demleitner "Highflyern und Trendsettern" über die Schulter schauen, heißt es in der 10-seitigen Ankündigung im Internet.

Welde-Chef Hans Spielmann wird an der Bildungsreise wohl nicht teilnehmen. Er hat seine Pilgerfahrt schon hinter sich. Mehrere Wochen lang ist der Chef der Familienbrauerei aus dem baden-württembergischen Plankstadt im Frühjahr durch die USA und Kanada gereist, hat dort mit Micro-Brauern gesprochen, Trends gesichtet und Biere probiert.

Ein Resultat der Experimentierfreude Spielmanns und seines Braumeisters und Biersommeliers Stephan Dück können Kunden im Verkostungsraum des Familienbetriebs bereits probieren. Ein in Champagnerflaschen abgefülltes Jahrgangsbier, für das die Brauerei Hopfen aus dem "Alto Valle Mapuche" in Argentinien verwendet hat und das für die optimale Entfaltung seines Aromas am besten in Rotweingläsern zu kredenzen ist. Ähnlich wie die Vorgänger des Jahrgangsbieres - mit Elsässer Strisselspalt, blumigen Cascade- oder tasmanischem Pride of Ringwood-Hopfen in streng limitierter Auflage.

Knapp 20 Euro kostet die 1,5 Liter Flasche. Für Spielmann nach eigenen Angaben ein Zuschussgeschäft. Doch außergewöhnliche Bierkreationen sind im deutschen Markt derzeit schwer angesagt - und könnten der angeschlagenen Branche wieder Auftrieb verleihen.

Jeder lauert auf jeden

Aktuell sieht es auf dem deutschen Biermarkt nicht gut aus. Der Bierkonsum sinkt seit Jahren und eine Kehrtwende ist nicht in Sicht. Seit 2004 ist der Absatz von 106 auf aktuell rund 96 Millionen Hektoliter gesunken. Und glaubt man ABInbev-Deutschlandchef Chris Cools dürfte er in den nächsten zehn bis 15 Jahren um weitere 20 Hektoliter schrumpfen.

Aber es ist nicht nur der schrumpfende Markt, der den Brauereien in Deutschland das Leben schwer macht. Angesichts eines Übermaßes an Kapazitäten liefern sich die deutschen Brauer seit Jahren einen Preiskrieg. Rund 70 Prozent der verkauften Biere werden laut der Nürberberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mittlerweile über Aktionen verkauft - für Preise von knapp zehn, teilweise sogar für unter neun Euro.

Entsprechend wenig verdienen die Brauereien. "Die Gewinnspanne ist in Deutschland extrem dünn", sagt der französische Bierexperte Germain Hansmaennel, der für den Hopfenproduzenten Bart-Haas jährlich einen Überblick über die weltweite Bierbranche erstellt. Und das, obwohl die deutschen Brauer bestes Know-How und Technik hätten.

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