Freitag, 26. August 2016

Erste Milliardenübernahme einer Craft-Brauerei Das Craft-Beer-Märchen - Vom Heimbrauer zum Milliardär

Das Milliardenbier: Für Ballast Point und die vielen anderen Craft-Biere wird der Platz auf den Regalen eng

Für Jack White steht der Traum kurz vor der Erfüllung. Der Gründer der Kleinbrauerei Ballast Point aus dem kalifornischen San Diego dürfte ziemlich reich werden, wenn der Getränkekonzern Constellation Brands - weltgrößter Weinproduzent und im Biermarkt mit globalen Marken wie Corona oder Modelo aktiv - eine Milliarde Dollar für seine Firma zahlt, die in den 90er Jahren aus Selbstbrauversuchen im Studentenwohnheim entstanden war. Der im Oktober angemeldete Börsengang von Ballast Point ist damit abgesagt.

Der Deal markiert einen neuen Höhepunkt der Craft-Beer-Welle - und wirft zugleich die Frage auf, wie viel der Boom noch mit dem Ideal der handwerklichen Do-it-yourself-Bewegung zu tun hat.

Das Magazin "Vinepair" schreibt von der "Craft-Beer-Blase". Dass der Craft-Beer-Verband Brewers Association eine Verdopplung ihres Anteils am US-Biermarkt auf 20 Prozent bis 2020 vorhersagt und täglich zwei neue Brauereien im Land eröffneten, erinnere an die Dotcom-Blase, "da Geld hereinströmt und viele der neuen Brauer überzeugt sind, dass auch sie davon reich werden".

Inzwischen gebe es bereits mehr als 4000 Brauereien in den USA - annähernd so viele wie im bisherigen Rekordjahr 1873, also eine komplette Umkehrung der Konzentration auf einige wenige Anbieter, bevor 1978 das hobbymäßige Bierbrauen erlaubt wurde.

Diese Entwicklung scheint im Widerspruch zur 120-Milliarden-Dollar-Megafusion der Braugiganten AB Inbev und SAB Miller zu stehen. Doch "Vinepair" bezweifelt, dass die Mikrobrauereien sich weiter im bisherigen Tempo ausbreiten könnten.

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