Sonntag, 9. Dezember 2018

Ex-Bayer-Tochter Covestro bricht nach Gewinnwarnung ein

Covestro: Vor wenigen Wochen hatte die Ex-Bayer-Tochter ihre Prognose noch bestätigt. Nun folgt doch die Gewinnwarnung, und die Aktie bricht ein

Der Spezialchemiekonzern Covestro Börsen-Chart zeigen senkt kurz vor dem Jahresschluss doch noch die Prognosen. Wegen starken Wettbewerbs, steigender Kosten und neuen Rückstellungen dürfte das operative Ergebnis (Ebitda) 2018 nun leicht unter dem Vorjahreswert von 3,44 Milliarden Euro landen, wie der Dax -Konzern am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Vorher war ein Anstieg eingeplant. Die schlechteren Aussichten lägen auch am niedrigen Rheinwasserpegel, der für Produktionsausfälle und höhere Logistikkosten gesorgt habe. Außerdem seien Rückstellungen für ein Sparprogramm gebildet worden.

Das Mengenwachstum wird nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet, bisher hielt das Management auch noch ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich für möglich. Auch beim Bargeldzufluss aus dem laufenden Geschäft wird die bisherige Zielmarke und auch der Vorjahreswert wohl nicht mehr erreicht. In der zweiten Oktoberhälfte hatte das Unternehmen seinen Ausblick bei den Zahlen zum dritten Quartal noch bestätigt.

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Bei den Anlegern kamen die Nachrichten schlecht an: Die Aktie gab um knapp 10 Prozent auf 51,88 Euro nach und fiel auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Jahren. Der Dax taumelt unterdessen in Richtung Jahrestief und hat am Dienstag die Marke von 11.100 Zählern nach unten durchbrochen.

Was Anlegern besonders schwer aufstößt: Ende Oktober hatte die ehemalige Bayer-Tochter bei der Veröffentlichung der Bilanz des dritten Quartals ihr Gewinnziel noch bestätigt. Gleichzeitig kündigte der Vorstand an, bis Ende 2020 rund 900 Stellen zu streichen, rund 400 davon in Deutschland. Bis spätestens 2021 werden Kosteneinsparungen von rund 350 Millionen Euro im Jahr angestrebt.

la/dpa

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