Samstag, 23. Februar 2019

Streit der Hauptaktionäre Bayern schaltet sich in Konflikt um Constantin Medien ein

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: "Für Bayern ist Constantin ein wichtiger Akteur sowohl mit dem Film- als auch dem Sportgeschäft

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner versucht im Streit zwischen den Hauptaktionären der Medienfirma Constantin zu vermitteln. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft Insidervorwürfe gegen Aufsichtsratschef Dieter Hahn.

Bayerns Landesregierung hat sich in den Streit um die Zukunft der Münchener Medienfirma Constantin Medien eingeschaltet. Das berichtet das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe, die ab Freitag (16. Dezember) im Handel erhältlich ist. Demzufolge hat Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in den vergangenen Tagen separate Gespräche mit den Antagonisten des Streits, Aufsichtsratschef Dieter Hahn und dem früheren Vorstandschef Bernhard Burgener, geführt. Für Bayern sei Constantin ein wichtiger Akteur sowohl mit dem Film- als auch dem Sportgeschäft, sagte Aigner dem manager magazin. "Ich hoffe, dass die Unstimmigkeiten der beiden Aktionärsgruppen zeitnah beigelegt werden können."

Hahn, früher Vize des Medienmoguls Leo Kirch, dominiert den Aufsichtsrat der Münchener Medienholding. Burgener ist Chef der Schweizer Mehrheitsbeteiligung Highlight, welche die wichtigsten Geschäfte des Konglomerats kontrolliert, darunter Deutschlands größten Filmproduzenten Constantin Film. Hahn hat einen Beschluss durchgesetzt, wonach Constantin Medien den Filmproduzenten verkaufen soll, Burgener verweigert sich dem. Beide Manager kontrollieren mit ihren Verbündeten jeweils knapp 30 Prozent der Constantin-Medien-Aktien.

Hahn wird Insiderhandel vorgeworfen

Wie das manager magazin weiter berichtet, prüft die Münchener Staatsanwaltschaft derzeit im Zusammenhang mit dem Streit eine Strafanzeige unter anderem gegen Hahn. Dieser hatte im vergangenen Jahr Aktien von Constantin und Highlight gekauft, wenige Wochen bevor die Tochtergesellschaft Team Ende März die Verlängerung eines lukrativen Vertrags mit der Uefa um die Medienrechte für die Fußball-Champions-League meldete.

Hahn war in die Verhandlungen mit der Uefa eingebunden, wie das Magazin unter Berufung auf interne Mails berichtet. Es geht nun um die Frage, ob die Aktienkäufe als verbotene Insidergeschäfte zu werten sind. "Ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt, wird derzeit geprüft", erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber dem manager magazin. Hahn ließ die Vorwürfe zurückweisen.

Trotz der Eskalation der Streitigkeiten wollen beide Seiten laut dem Bericht noch vor Weihnachten Gespräche über eine mögliche Einigung führen.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Januar-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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