Montag, 20. November 2017

Nach Ende des Familienstreits Großschlachter Tönnies besetzt Führungsriege neu

Robert Tönnies, Clemens Tönnies und dessen Sohn Maximilian Tönnies (von links): Neue Führungsriege nach dem Ende der epischen Familienschlacht

Rund zehn Monate nach dem Ende des epischen Familienstreits um Deutschlands größten Schlachtkonzern Tönnies haben sich die Gesellschafter Clemens (61) und Robert Tönnies (39) auf eine neue Führungsmannschaft verständigt.

Die Geschäftsführung der Tönnies Holding übernehmen künftig gleichberechtigt Clemens Tönnies und Andreas Ruff (56). Ruff, der zuletzt für die WIV Wein International AG aus Bingen tätig war und über Erfahrung beim Molkereiriesen Müller verfügt, wird Robert Tönnies vertreten, der sich auf ein Mandat im Beirat beschränkt.

Um die Finanzen der Tönnies Holding werden sich Daniel Nottbrock (41) und Reinhard Quante (54) kümmern. Während Nottbrock als langjähriger Finanzer des Konzerns von Clemens Tönnies entstandt wird, hat Robert den früheren CEO von Europcar Deutschland engagiert. Vor seinem Wechsel zu Europcar war Quante bei Unilever Börsen-Chart zeigen und Ferrero tätig.

Beirat soll bei Pattsituationen entscheiden

Neu geschaffen wurde zudem ein Beirat, der die Geschäftsführung beraten und bei Pattsituationen entscheiden soll. Beiratschef ist Reinhold Festge (71), Gesellschafter des Maschinenherstellers Haver&Boecker. Neben ihm gehören Ex-Jungheinrich-Vorstand Helmut Limberg (62), der frühere Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm (54) sowie Clemens Tönnies, Robert Tönnies, Daniel Nottbrock und der Wirtschaftsprüfer Uwe Göcke (41) dem Gremium an.

Zum 1.1.2018 wird zudem Clemens Tönnies' Sohn Maximilian (27) in das Unternehmen eintreten. Maximilian Tönnies war bisher für den Wursthersteller Zur Mühlen tätig, der zum Jahreswechsel in den Konzern integriert wird.

Nach einem jahrelangen Streit um die Vorherrschaft über den mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz schweren Konzern, der Ende April beigelegt wurde, haben die Großschlachter nun auch operativ die letzten Details für eine gemeinsame Zusammenarbeit beschlossen.

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