Mittwoch, 20. Februar 2019

Betrugsvorwürfe gegen Ex-Nissan-Chef Ghosn weist Anschuldigungen zurück

Carlos Ghosn (Archivfoto)

Der Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn soll sich laut einem japanischen Fernsehsender erstmals zu den Betrugsvorwürfen gegen ihn geäußert haben. Absicht sei demnach nie im Spiel gewesen.

Der ehemalige Nissan-Chef Carlos Ghosn weist offenbar die Vorwürfe gegen ihn zurück, er habe jahrelang seine Einkünfte zu niedrig angegeben. Das berichtet der japanische Fernsehsender NHK ohne Angabe von Quellen. Bislang hatte Ghosn sich nicht öffentlich zu den Beschuldigungen geäußert.

Der Automanager war am Montag in Japan unter dem Verdacht der Veruntreuung von Firmengeldern festgenommen worden. Insgesamt soll Ghosn über acht Jahre hinweg zu niedrige Angaben gemacht haben, es gehe um rund acht Milliarden Yen - umgerechnet rund 62 Millionen Euro. Die Gelder soll er auch zu privaten Zwecken eingesetzt haben.

Der 64-Jährige soll den Ermittlern in Verhören nun mitgeteilt haben, es sei nicht seine Absicht gewesen, Einkünfte falsch zu deklarieren. Bereits am Samstag hatte NHK berichtet, dass der ebenfalls festgenommene Ex-Nissan-Manager Greg Kelly Ghosns Bezüge verteidigt habe. Sie seien mit der zuständigen Abteilung besprochen und ordnungsgemäß ausgezahlt worden, habe er erklärt.

Nissan hatte sich am Donnerstag von Ghosn getrennt. Der japanische Autobauer will Unternehmenskreisen zufolge möglichst bald einen Nachfolger finden. Er hoffe auf eine Lösung bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrates um den 20. Dezember herum, spätestens aber in zwei Monaten, sagte ein Insider am Freitag.

Ghosn ist auch Chef von Renault. Die Führungsgeschäfte dort hat einstweilen der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Thierry Bollore übernommen.

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