Dienstag, 11. Dezember 2018

Verhandlungen mit Cannabis-Hersteller Warum Marlboro auf der Hanf-Welle reitet

Brennende Zigarette: Marlboro sucht angesichts rückläufiger Raucherzahlen im Westen nach Alternativen

Die fortschreitende Legalisierung lässt nach der Getränkeindustrie nun offenbar auch Tabakkonzerne nach einem weiteren "legal High" suchen. Wie der kanadische Marihuana-Hersteller Cronos bestätigte, prüft die Marlboro-Mutter Altria offenbar den Einstieg in das Cannabis-Geschäft und hat deshalb Gespräche mit Cronos aufgenommen.

Es ist nicht der erste Cannabis-Konzern, mit dem Altria offenbar den Kontakt sucht. Laut der kanadischen Zeitung "Globe and Mail" vom Oktober gab es auch schon Gespräche mit dem kanadischen Cannabis-Hersteller Aphria, dessen Aktie angesichts von Vorwürfen bezüglich angeblicher Insidergeschäfte und Marktmanipulationen zuletzt um bis zu 30 Prozent eingebrochen waren.

Ob letztlich etwas draus wird, bleibt abzuwarten. Bei den Anlegern sorgten allerdings schon die Aussicht auf eine Cannabis-Story für Begeisterung: Sowohl für Cronos- als auch Altria-Aktien ging es am Dienstag deutlich nach oben.

Die Marlboro-Macher brauchen dringend eine gute Geschichte. Angesichts zunehmender Regulierung und sinkender Raucherzahlen in den Industrieländern ist die Aktie des Zigarettenherstellers binnen Jahresfrist um fast 30 Prozent eingebrochen.

Und auch das neue System Iqos, bei dem anders als bei Standard-E-Zigaretten keine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft, sondern echter Tabak erhitzt aber nicht verbrannt wird, hebt bislang offenbar nicht so richtig ab. Selbst die Tatsache, dass die Iqos-Macher bei etwa gleichem Preis für die kleinen Tabakstäbchen zwei Drittel weniger Steuern pro Packung zahlen als bei den traditionellen Glimmstängeln, reichte nicht aus, um die Phantasie der Aktionäre zu beflügeln.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH