Montag, 11. Dezember 2017

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Misserfolg bedroht Geschäftsmodell Das Holland-Trauma des BVB

BVB-Trainer Trainer Peter Bosz und der aktuelle Sorgen-Stürmer Pierre Emerick Aubameyang: Hoher Ballbesitz, wenig Erfolg

Nach der Niederlage am Freitag gegen Stuttgart und vor dem Showdown am Dienstag gegen Tottenham sind der wirtschaftliche Erfolg und das Geschäftsmodell von Borussia Dortmund sind bedroht. Wie viel Geld auf dem Spiel steht - und was das alles mit den Holländern zu tun hat.

Der Oktober war für den börsennotierten Bundesligisten Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen ein Desaster. Der Überflieger, der am siebten Spieltag mit 19 Punkten und einem Torverhältnis von 21:2 die Liga dominierte wie zu besten Zeiten, ist nach der schmerzhaften Niederlage gegen Bayern München am 4. November wieder in der Realität angekommen: im Mittelmaß. Aus einem Fünf-Punkte-Vorsprung vor den Münchnern ist ein Sechs-Punkte-Rückstand geworden - eine Negativentwicklung, die vor allem dem holländischen Trainer Peter Bosz angelastet wird, der trotz ausbleibender Siege auf seinem ausgeklügelten Spielsystem beharrt.

Henning Zülch
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    Michael Bader
    Henning Zülch ist Professor für Accounting and Auditing an der HHL Leipzig Graduate School of Management. Zudem ist er wissenschaftlicher Direktor des jährlich von manager magazin ausgerichteten Wettbewerbs "Investors' Darling". Über-dies beschäftigt er sich in seiner Forschung mit der Übertragbarkeit betriebswirt-schaftlicher Grundprinzipien auf die erfolgreiche Führung von Sportvereinen.

Bosz ist ein Trainer mit viel Erfahrung, hat zahlreiche renommierte Klubs der holländischen Ehrendivision betreut, wie De Graafschap, Heracles Almelo, Vitesse Arnheim und nicht zuletzt Ajax Amsterdam. Zu seinem Erfahrungsschatz gehören ebenso zahlreiche Niederlagenserien, die die eigenen Fans stets mit dem nötigen Galgenhumor begleiteten, wie etwa in Arnheim.

Nach einer Niederlagenserie hielten die dortigen Fans ein Plakat mit der Aufschrift hoch: "Peter Bosz: 70% Ballbesitz. 0% Ergebnis."

Der BVB und die Holländer - das war schon in der Vergangenheit keine besonders glückliche Kombination, man erinnere sich die reichlich glücklose Phase unter Bert van Marwijk 2004 bis 2006. Zu allem Unglück war es mit Arjen Robben ebenfalls ein Niederländer, der am 4. November mit seinem Tor zum 1:0 die Niederlage gegen die Bayern einleitete.

Und jetzt Bosz. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Art holländischer Fluch die Dortmunder Mannschaft erfasst hat. Und dies nicht nur sportlich.

Millionenverlust durch Fahrlässigkeit

Bevor man sich mit den Implikationen der sportlichen Talfahrt beschäftigt, sollte man zunächst einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wie funktioniert eigentlich ein international agierender Fußball-Bundesligist? Was macht ihn stark? Nur so lässt sich das wirtschaftliche Ausmaß einer sportlichen Talfahrt wirklich beurteilen.

Der Erfolg eines Klubs im Profifußball beruht auf vier wesentlichen Dimensionen: dem sportlichen Erfolg, der Maximierung des Fanwohls, den Organisations- und Governance-Strukturen sowie der finanziellen Stabilität, wobei der sportliche Erfolg stark positiv mit den übrigen drei Dimensionen korreliert. Umgekehrt kann ohne funktionierende Fanbasis, ohne professionelle Organisationsstrukturen und ohne finanziellen Sachverstand keine sportliche Spitzenleistung erbracht werden. Die Situation ist also nicht trivial.

Schaut man sich nun Borussia Dortmund an, so ist eigentlich mit dem derzeit dritten Platz in der Liga alles im Soll. Aber das ist nur auf den ersten Blick so. Denn das sportliche Trauerspiel um die zu Saisonbeginn so hochgelobte Mannschaft hat weit reichende Auswirkungen zunächst auf die finanzielle Situation des Unternehmens Borussia Dortmund. Bestes Beispiel sind die Prämien für die Gruppenspiele in der Champions League.

Jeder Verein kassiert in der Gruppenphase Leistungsprämien in Höhe von 1,5 Millionen Euro für einen Sieg beziehungsweise 500.000 Euro für ein Unentschieden. Allein durch die zwei leichtsinnigen und unkonzentrierten Spiele gegen Nikosia (zwei Mal 1:1) sind dem BVB somit 2 Millionen Euro verloren gegangen. Das dadurch verpasste Achtelfinale der Champions League bedeutet den Verlust weiterer 6 Millionen Euro. Unternehmerisch ist dies als grob fahrlässig zu qualifizieren.

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