Donnerstag, 19. Juli 2018

Marodes US-Gesundheitssystem Buffett, Bezos und Dimon schmieden eigene Gesundheitsreform

Konzernlenker Buffett, Bezos und Dimon (v. l.): Nicht bereit, Probleme hinzunehmen.
Reuters, AFP, Reuters
Konzernlenker Buffett, Bezos und Dimon (v. l.): Nicht bereit, Probleme hinzunehmen.

Drei Schwergewichte der US-Wirtschaft wollen gemeinsam Wege finden, die Gesundheitskosten für ihre Mitarbeiter zu senken. Der Online-Handelsriese Amazon Börsen-Chart zeigen, die größte US-Bank JP Morgan Chase und Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen kündigten am Dienstag ein Projekt zu diesem Zweck an. "Die steigenden Gesundheitskosten fressen sich wie ein Bandwurm durch die US-Wirtschaft", sagte Starinvestor Buffett.

Man habe zwar noch keine Lösung für dieses Problem, sei aber auch nicht bereit, es als unausweichlich hinzunehmen, so Buffett weiter. Beginnen wollen JP Morgan, Amazon undBerkshire Hathaway mit einer unabhängigen und nicht gewinnorientierten Firma, die technologische Lösungen finden soll, um Mitarbeitern simplere und günstigere Gesundheitsvorsorge zu bieten. Details wurden zunächst nicht genannt.

"Die drei Konzerne haben außergewöhnliche Ressourcen, unser Ziel ist es, Lösungen zugunsten unserer US-Angestellten, ihrer Familien und - möglicherweise - aller Amerikaner zu finden", sagte JP Morgan-Chef Jamie Dimon. "Unsere Leute wollen Transparenz, Kenntnis und Kontrolle". Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit.

Noch ist unklar, inwieweit sich auch andere Unternehmen dem Vorhaben anschließen können sollen. Die Äußerungen von JP-Morgan-Chef Dimon deuten jedoch in diese Richtung.

An der Börse werden die Pläne von Berkshire-Hathaway-Chef Buffett, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Dimon wohl nicht zuletzt deshalb offenbar bereits recht ernst genommen. Die Aktien von Health-Care-Unternehmen verzeichneten am Dienstag im frühen Handel Verluste. Vor dem Start des offiziellen Handels waren acht der zehn größten Kursverlierer im S&P 500-Index Firmen aus der Gesundheitsbranche.

cr/dpa-afx/ap

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