Sonntag, 23. September 2018

Buchtipp: "The Space Barons" Der Weltraum-Wettlauf der Tech-Milliardäre

Krasses Teil: "Falcon Heavy", die stärkste Trägerrakete der Welt
AP/ Orlando Sentinel
Krasses Teil: "Falcon Heavy", die stärkste Trägerrakete der Welt
Buchtipp

Christian Davenport
The Space Barons: Elon Musk, Jeff Bezos, and the Quest to Colonize the Cosmos

PublicAffairs, 320 Seiten, engl., Februar 2018, 20,42 Euro

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Als Elon Musk 2002 seine Space Exploration Technologies Corporation (SpaceX) gründete, galt das noch als Spiele-rei eines dieser verrückten Milliardäre. Musk hatte sein Vermögen mit den Internetdiensten Zip2 und PayPal verdient, mit Tesla startete er erst 2003. Erfolgreiche Tech-Tycoone lieben Weltraumabenteuer: Jeff Bezos (Amazon), Paul Allen (Microsoft), Larry Page und Eric Schmidt (Google) sowie Richard Branson (Virgin) - alle machen nebenbei irgendwas mit Raumfahrt. Die meisten ihrer Projekte gelten als Angeberei.

Musk indes hat es weit gebracht. Er nutzte die Angststarre, die die Nasa nach den "Columbia"- und "Challenger"-Traumata erfasst hatte, und beliefert heute mit seinen "Falcon"-Raketen und der Raumfähre "Dragon" als offizieller Partner die internationale Raumstation ISS. Sein Weg vom Nobody zum Space-Tech-Titanen macht den größten Teil des Buchs von Christian Davenport aus, dem Raumfahrt- und Militärexperten der "Washington Post".


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Davenports Bewunderung für Musk und die anderen Weltraumcowboys scheint auf jeder Seite durch. Der Immigrant aus Pretoria, der als Kind wegen seiner irritierenden Schlauheit von Mitschülern verdroschen wurde, wird als Jahrhundertgenie skizziert, für das es keine Regeln gibt. Musk nehme seine Leute so hart ran, dass er längst die Anwälte am Hals hätte, wenn SpaceX an der Börse notiert wäre, heißt es an einer Stelle. Auch auf die verbissene Rivalität zwischen Bezos' Raumfahrtfirma Blue Origin und Musk geht Davenport ein, doch hier stößt seine Recherche an Grenzen.

Der Autor hat mit vielen Zeitzeugen gesprochen und weiß vermutlich alles über sein Sujet, seinen Helden kommt er indes nur selten wirklich nah. Daher wirkt sein Buch streckenweise wie Fleißarbeit. Was hängen bleibt: Die Raumfahrt-Geeks sind definitiv keine Eintagsfliegen, sie werden die Welt verändern - SpaceX ist nur der Anfang.
Eva Buchhorn

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