Mittwoch, 7. Dezember 2016

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Boston Dynamics Die Roboter-Zukunft ist selbst für Google zu weit weg

Technisch vorn, wirtschaftlich abgeschlagen: Boston-Dynamics-Roboter Atlas

Atlas hat die Fantasie von den zukünftigen technischen Möglichkeiten beflügelt wie kein zweiter Roboter. Die humanoide Maschine aus dem Hause Boston Dynamics läuft auf zwei Beinen, gleich in welchem Terrain, lässt sich auch von hässlichen Tritten ihrer Meister nicht beirren und richtet sich wieder auf.

Besonders das im Februar veröffentlichte Video demonstriert, wie weit vorn die seit zwei Jahren zu Google Börsen-Chart zeigen (beziehungsweise dem Nachfolgekonzern Alphabet) gehörende Firma technologisch ist. Zuvor hatten schon mechanische Vierbeiner von Boston Dynamics Furore gemacht. Für das Prestige des Konzerns als technologische Avantgarde ist das Projekt ähnlich wichtig wie die selbstfahrenden Autos.

Nur wirtschaftlich läuft es nicht so richtig. Sowohl "Bloomberg" als auch die "Financial Times" (kostenpflichtig) berichten, Alphabet stelle Boston Dynamics schon wieder zum Verkauf. Als Interessenten kämen Toyota Börsen-Chart zeigen oder Amazon Börsen-Chart zeigen infrage. Hintergrund seien Analysen des Alphabet-Managements, die Beteiligung habe keine Perspektive, in absehbarer Zeit echten Umsatz zu erzielen.

"Wir können nicht 30 Prozent unserer Mittel auf Dinge verwenden, die zehn Jahre brauchen", zitiert "Bloomberg" den Alphabet-Manager Jonathan Rosenberg aus dem Protokoll eines internen Gesprächs der aufgelösten Google-Robotergruppe Replicant von vergangenem November.

Das ist insofern erstaunlich, als der Konzern sich mit Google X ein Netz von hochspekulativen Investments hält, deren Ertrag in den Sternen steht - teils buchstäblich, wie im Fall der Raumfahrtprojekte. Aber die Bereitschaft, sich an verrückte Ideen mit nur vager Zukunftshoffnung zu binden, nimmt selbst im Silicon Valley ab - auch angesichts des Misserfolgs von Boston Dynamics, seine Laufroboter der Armee anzudienen.

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