Freitag, 28. Juli 2017

Becker zu Pleite-Berichten "Sie können mir glauben, dass mein Vermögen ausreicht"

Boris Becker und Lilly Becker
Getty Images
Boris Becker und Lilly Becker

"Weder zahlungsunfähig noch pleite": Boris Becker hat sich in einem Zeitungsinterview zu seiner finanziellen Situation geäußert. Äußerungen einer Londoner Richterin kritisierte der Ex-Tennis-Star deutlich.

Gut eine Woche, nachdem ihn ein Londoner Gericht für bankrott erklärte, hat sich die deutsche Tennislegende Boris Becker erstmals ausführlich zu dem Vorgang geäußert. "Ich bin weder zahlungsunfähig noch pleite", sagte Becker der "Süddeutschen Zeitung" und fügte hinzu: "Ich komme allen meinen Verpflichtungen gegenüber meinen Mitarbeitern und sonstigen monatlichen Ausgaben nach."

Laut Becker beziehe sich das Verfahren auf eine einzelne Forderung eines einzelnen Gläubigers. "Es geht, wie wir meinen, um viel zu hohe Zinsen, die ich für mein Darlehen bezahlen muss", sagte Becker der "SZ" weiter. Konkrete Zahlen werde er nicht nennen. Er sei seit 18 Monaten im Streit mit der Privatbank Arbuthnot Latham, seine Anwälte hätten etliche Vorschläge zu einer außergerichtlichen Verhandlung gemacht, die jedoch abgelehnt worden seien.

"Sie können mir aber glauben, dass mein Vermögen ausreicht, um Forderungen in dieser Größenordnung zu erfüllen." Er nehme den Beschluss des Gerichts "sehr ernst". Das Problem werde er aber lösen. "Ich habe diesen Kampf aufgenommen. Und ich werde den letzten Ball spielen."

Ein Gericht in London hatte Becker laut der britischen Nachrichtenagentur PA in der vergangenen Woche für zahlungsunfähig erklärt. Die zuständige Richterin habe keinen glaubwürdigen Hinweis gesehen, dass die Schuld, ein "substanzieller Betrag eines Millionendarlehens, bald bezahlt werden könnte. Sie soll einen Antrag auf Aufschiebung um 28 Tage zurückgewiesen und die Konkurserklärung angekündigt haben.

Bereits am Tag des Bekanntwerdens der Gerichtsentscheidung in London hatte Becker über seinen Anwalt erklären lassen, dass er die Verfügung anfechten werde. "Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte", hieß es damals in der Mitteilung.

Im Interview mit der "SZ" kritisiert Becker nun sowohl die Privatbank als auch die Richterin. "Ich will der Bank nicht zu nahe treten, aber es war absolut nicht notwendig, diesen Antrag zu stellen. Die zuständige Dame bei dem Gericht hatte gar keine umfassenden Informationen über meine Vermögenssituation, deshalb überraschen mich auch ihre angeblichen Äußerungen." Die Richterin soll gesagt haben: "Man hatte den Eindruck eines Mannes, der den Kopf in den Sand steckt." Er empfinde es als unangemessen von der Richterin, dass eine Frau, die ihn nicht persönlich kenne und nicht mit ihm gesprochen habe, so einen Satz gesagt haben soll. Es könne keine Rede davon sein, "dass ich den Kopf in den Sand stecke".

 max/dpa

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