Freitag, 23. Juni 2017

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Firmen drängen an die Börse Alibaba und die drei Brüder

Von Alibaba bis Zalando: Die IPO-Kandidaten 2014
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REUTERS

Sollte Zalando 2014 an die Börse gehen, wäre das nicht das einzige spektakuläre IPO. Experten erwarten weltweit ein fulminantes Jahr für Debütanten am Aktienmarkt - mit der chinesischen Alibaba Holding als einem der größten Kaliber.

Hamburg - 2014 könnte international zum außergewöhnlichen Jahr für Börsengänge werden, das ist bereits erkennbar. Nicht weniger als 97 IPOs gab es im Januar weltweit (IPO = Initial Public Offering). Deren Volumen von zusammen 17,7 Milliarden Dollar markierte nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY den rasantesten Jahresstart seit zehn Jahren.

Und nach wie vor stehen rund um den Globus Dutzende Firmen in den Startlöchern. Vor allem in Asien wird nach Angaben von Martin Steinbach, IPO-Experte bei EY, gegenwärtig ein regelrechter Stau abgebaut. Die chinesische Regierung hatte dort zuletzt einen im vergangenen Jahr verhängten Stopp für Börsengänge wieder aufgehoben. Die Folge: Allein im Januar gaben in Asien 71 Unternehmen ihr Debüt am Aktienmarkt. Insgesamt steckten Anleger neun Milliarden Dollar in die Neulinge.

Laut Steinbach haben sich die Vorlieben der Investoren dabei in den vergangenen Monaten gewandelt. War 2013 das Jahr der soliden Value-Investments, mit vielen IPOs von Cash-Flow-Garanten beispielsweise aus der Immobilienbranche, so stehen inzwischen Wachstumsfirmen vornehmlich aus dem Tech-Bereich im Fokus. "Die Anleger sind gegenwärtig besonders an Börsengängen interessiert, die die Wachstumsphantasie anregen", sagt der Experte. "Gefragt sind große Player, die bereits einen starken Markennamen in ihren Branchen haben."

Ein Beispiel dafür ist der erfolgreiche Börsengang des sozialen Netzwerks Twitter Ende 2013. Und auch zwei der möglicherweise spektakulärsten IPOs der kommenden Monate passen gut ins Bild:

  • Der Online-Händler Zalando, in dessen Werbespots regelmäßig so markerschütternd geschrien wird, schreibt zwar nach wie vor rote Zahlen. Die Vorbereitungen für das IPO laufen jedoch, wie manager magazin online in dieser Woche berichtete, offenbar auf Hochtouren. Derzeit werden die Banken ausgewählt, die das Baby der Internet-Unternehmer-Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer an die Börse begleiten sollen. Insidern zufolge erfolgt der Start vielleicht schon im zweiten Quartal. Im Gespräch sei neben Frankfurt auch eine Notiz an der Wall Street, heißt es.
  • Einen der größten Börsengänge des Jahres wird vermutlich die Alibaba Holding hinlegen, die von einigen auch als das "Amazon Chinas" bezeichnet wird. Das Unternehmen betreibt verschiedene Online-Handelsplattformen im mehr als 600 Millionen Nutzer zählenden chinesischen Internet. Die Nachrichtenagentur Bloomberg bezifferte den aktuellen Unternehmenswert kürzlich auf etwa 153 Milliarden Dollar, womit sich Alibaba auf Augenhöhe mit dem Social-Network-Riesen Facebook Börsen-Chart zeigen befindet. Andere Schätzungen halten sogar einen Unternehmenswert von mehr als 200 Milliarden Dollar für möglich.

Anders als in Asien und den USA ist die Stimmung für Börsengänge hierzulande allerdings offenbar nicht ganz so gut. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC etwa prognostiziert für 2014 in Deutschland lediglich acht bis 12 Premieren. Weil kaum große Fische dabei sein dürften, erwartet PwC an der hiesigen Börse ein IPO-Jahr, das bestenfalls durchschnittlich verläuft. "Aktivitäten wird es wie 2013 von Immobilienfirmen und zudem von Unternehmen aus dem Medizintech- und Biotech-Sektor geben", sagt PwC-Experte Christoph Gruss. "Vor allem junge Start-ups mit Kapitalbedarf für die Expansion dürften aufs Parkett drängen."

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