Donnerstag, 17. August 2017

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Kursrutsch an der Börse Nicht nur Nordkorea macht Anleger nervös

Donald Trump: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein. Anleger und Investoren auch.

Donald Trumps Kriegsrhetorik rüttelt die Börsen durch. Doch selbst wenn die Nordkorea-Krise entschärft werden sollte, droht Anlegern ein stürmischer Herbst. Trump wird immer mehr zum Börsenrisiko.

Er droht Nordkorea mit "Feuer und Wut" und verspricht, die US-Waffen seien "geladen und entsichert": Mit seiner wilden Kriegsrhetorik hat US-Präsident Donald Trump den Rekordlauf der US-Börsen gestoppt und dazu beigetragen, dass binnen drei Tagen rund eine Billion Dollar an den weltweiten Börsen vernichtet wurde. Der Goldpreis steigt, Rüstungsaktien erreichen Rekordhochs, und sogar die US-Anleger sind in dieser Woche aus ihrer Lethargie und Selbstzufriedenheit aufgewacht.

Kommentatoren sprechen von einer "Rückkehr der Angst": Bei einem drohenden Atomkonflikt ist das nur zu verständlich. Bemerkenswert ist jedoch mit Blick auf die US-Börsen: Von einer "Rückkehr der Angst" kann an der Wall Street noch überhaupt nicht die Rede sein. Dort herrscht, trotz Trumps lautem Getöse, eine unglaubliche Gelassenheit.

US-Anleger sind noch extrem gelassen - und US-Aktien sind hoch bewertet

Wie an der Schnur gezogen sind die US-Indizes Dow Jones, Nasdaq Composite und S&P 500 in diesem Jahr bislang von einem Rekordhoch zum nächsten geeilt. Seit Jahresbeginn hat der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen rund 15 Prozent zugelegt, Dow Jones Börsen-Chart zeigen und S&P 500 jeweils rund 10 Prozent. Und genau diese hohe Fallhöhe, gepaart mit einer extrem niedrigen Volatilität und trügerischen Ruhe, könnte für die US-Börsen und den Rest der Welt nun zum Problem werden.

Beispiel: Der S&P 500 Index, der in den USA den breiten Aktienmarkt abdeckt, gab am Donnerstag um 1,4 Prozent nach. Es war der stärkste Rücksetzer binnen eines Monats, der zweitstärkste "Kursrutsch" im S&P 500 betrug geradezu lächerlich geringe 0,2 Prozent. Von einer Korrektur kann in den USA noch keine Rede sein - noch hat dort niemand, anders als beim deutschen Index Dax Börsen-Chart zeigen, sein Geld in Sicherheit gebracht.

Anders gesagt: Eine Abkühlung an den US-Börsen ist nach monatelanger Aktienrally überfällig. Auch dann, wenn sich der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hoffentlich rasch wieder abkühlen sollte. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen ist seit Trumps Wahl um rund 4000 Punkte gestiegen - nicht wegen Trump, sondern trotz Trump.

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