Freitag, 15. Dezember 2017

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Bitcoin-Boom Deutsche Wagniskapitalgeber steigen in Kryptogeld-Spekulation ein

Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen
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REUTERS

Das boomende Bitcoin-Business zieht auch traditionelle deutsche Risikokapitalgeber an. Immer mehr Fonds investieren in virtuelle Kryptowährungen und -anteilscheine (sogenannte "Coins" oder "Tokens"). Dies berichtet das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe, die ab Freitag (20. Oktober) im Handel ist.

In diesem Jahr sind bereits über drei Milliarden Dollar in Form von Kryptowährungen in Neugründungen geflossen. Das Geschäft ist in den letzten Monaten größer geworden als das gesamte Frühphasen-Wagniskapitalbusiness. Erstmals können Start-ups ohne die klassischen Risikokapitalgeber in kürzester Zeit Dutzende Millionen aufnehmen.

Da wollen viele traditionelle Wagniskapitalgeber nicht länger tatenlos zusehen. So haben sich BlueYard und Target Global, zwei VCs mit Büros in Berlin, bereits an der Erstausgabe der Krypto-Anteilsscheine (Initial Coin Offering, kurz: ICO) beteiligt.

Die Zahl der ICOs hat in den vergangenen Monaten auch in Europa zugenommen - dies ist mit ein Grund dafür, warum die derzeit populärste Kryptowährung, Bitcoin, vor einigen Tagen die Marke von 6000 Dollar erreicht hat.

Bitcoin-Boom: Eine Berliner WG im Goldrausch - mm-Report über die Kryptogeld-Paten

BlueYard beteiligte sich etwa an der 257 Millionen Dollar schweren ICO von Filecoin, einem dezentralen Speicherdienst. Target Global, ein anderer VC, war nach eigenen Angaben bereits an drei Initial Coin Offerings beteiligt - darunter Blackmoon, eine Investitionsplattform.

Run auf Kryptowährungen - alle wollen mitverdienen

Andere führende deutsche Wagniskapitalgeber sind gerade damit beschäftigt, die Strukturen zu schaffen, um sich an der Krypto-Investments zu beteiligen. Der Berliner Investor e.ventures hat bereits neues Personal für den Bereich eingestellt. Project A, ein anderer Berliner VC, ist dabei die rechtlichen Voraussetzungen für solche Investments abzuklären. Auch die Berliner VCs Point Nine Capital und Cherry Ventures fassen Investments in Krypto-Anleihen ins Auge.

Führende US-Fonds wie Sequoia, ein früher Investor in Apple Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen , oder Twitter-Investor Union Square Ventures mischen bereits länger in dem Geschäft mit.

Gavin Wood, Mitgründer der Kryptowährung Ethereum, die vornehmlich für Initial Coin Offerings genutzt wird, sieht in den Start-up-Finanzierungen über Kryptowährungen einen der Hauptgründe für die "zügellose Spekulation" mit Ethereum und anderen Kryptowährungen.

Wood sagte dem manager magazin: "Der Gedanke ist: Andere Anwendungsfälle könnten scheitern - aber Ethereum wird zumindest das VC-Geschäft disrupten."

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der November-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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