Dienstag, 27. Juni 2017

Fuchs Petrolub Konkurrenzlos

Ohne echte Konkurrenz: Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub in Mannheim

Echte Konkurrenten kennt Fuchs Petrolub nicht. Den Exxons dieser Welt kommt der Schmierstoffhersteller nicht in die Quere - dafür sind die Mannheimer mit ihrer "Wir besetzen alle Nischen"-Strategie zu spezialisiert. Alle anderen Wettbewerber erleben Fuchs Petrolub als übermächtig.

Berlin - Es rächt sich, wenn am falschen Ende gespart wird und die teure Maschine still steht, weil ein wichtiges Teil schneller verschlissen war als nötig. Nur weil am Schmieröl gespart wurde. Solche Erlebnisse und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bescheren Fuchs Petrolub regelmäßig Zulauf. "Unsere Kunden achten nicht allein auf den Preis, sondern auch darauf, dass Maschinen besser laufen und geringere Standzeiten haben", sagt Stefan Fuchs, der Vorstandsvorsitzende des Spezialisten für Schmierstoffe.

Die Botschaft kommt an: Fuchs Petrolub hat im dritten Quartal 2013 ein Rekordergebnis eingefahren. Von Juli bis September legte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um fast 6 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, auf gut 83 Millionen Euro. Fuchs sagt: "Das war das bisher beste Ergebnisquartal der Unternehmensgeschichte".

Diese Geschichte ist lang. 1931 gründete Rudolf Fuchs in Mannheim ein Import- und Vertriebsunternehmen für hochwertige Raffinerieprodukte. Bereits während der Wirtschaftswunderjahre wagte sich das Unternehmen unter Gründersohn Manfred Fuchs ins Ausland, expandierte und suchte sich Nischenmärkte, in denen spezielle Schmierstoffe gefragt sind.

Größter konzernunabhängiger Anbieter

Seit 2004 führt Stefan Fuchs in dritter Generation das Familienunternehmen, das zum weltweit größten konzernunabhängigen Anbieter von Schmierstoffen herangewachsen ist und dieses Jahr einen Umsatz von gut 1,8 Milliarden Euro anpeilt.

Es läuft, dieser Kalauer sei erlaubt, wie geschmiert. Konkurrenten auf Augenhöhe fehlen. Den Mineralölkonzernen kommt Fuchs Petroclub Börsen-Chart zeigen mit seiner Nischenstrategie nicht ins Gehege, und für die vielen Spezialanbieter in der Welt sind die Mannheimer ein paar Nummern zu groß. Fast 4000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in 50 operativ tätigen Gesellschaften, die über die Fuchs Petrolub SE gehalten werden.

Die Aktiengesellschaft notiert im MDax Börsen-Chart zeigen , und das ausgesprochen erfolgreich: In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Wert der Aktie verzwanzigfacht. Fuchs Petrolub ging 1985 an die Börse, um die Expansion vorantreiben zu können.

Den Spagat zwischen Börse und Familienunternehmen bewältigt Stefan Fuchs problemlos: "Ich nenne uns einen familiengeprägten Kapitalmarktkonzern." Die Familie Fuchs halte 52 Prozent der Stimmrechte und sei am Kapital mit 26 Prozent beteiligt. Vor riskanten Alleingängen der Familie bewahrt die Aktionäre schon der bewusst starke Aufsichtsrat. "Der vertritt 100 Prozent des Kapitals und nicht nur den Mehrheitseigner", sagt Fuchs.

Im besten Einverständnis mit dem Aufsichtsrat schaut sich der Mehrheitseigner überall in der Welt nach weiteren Unternehmen um, die das Portfolio von Fuchs Petrolub sinnvoll ergänzen. Rund 600 unabhängige Anbieter gebe es noch, sagt Stefan Fuchs. "Und einige davon sind hochinteressant."

Best of European Business Award

Nachrichtenticker

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH