Dienstag, 23. Oktober 2018

Surreales BER-Chaos, "Winterruhe" im Sommer Was ist Deutschlands peinlichster Flughafen?

5. Teil: Lübeck-Blankensee: Die Bodencrew als Leiharbeits-Reserve

Das Märchen vom reichen Onkel aus China hört man auch an der Ostsee gern. Lübeck setzte früh auf Investoren, die kamen, Subventionen abgriffen, und wieder gingen: Infratil aus Neuseeland, dann ein Mohammad Rady Amar, der einfach abtauchte, und zuletzt Yongqiang Chen.

Der wurde als Inhaber eines großen chinesischen Konzerns vorgestellt, von dem sich aber kaum Spuren finden. Die deutsche Tochter wurde in einem Maklerbüro einer nahen Kleinstadt angesiedelt, mit offiziellem Geschäftszweck "Betreiben von Senioreneinrichtungen".

Wieder war derZombie-Airport nach einem Jahr pleite, zuletzt hatte ein lokaler Unternehmer übernommen. Der verheißt auch wieder eine große Zukunft, zunächst aber will er nur die Betriebsgenehmigung sichern - und die Beschäftigten des Flughafens in seiner eigenen Medizinfirma einsetzen, gleich nebenan. Es gibt aber auch Pläne für Flüge mit Pauschaltouristen aus und nach Österreich.

Dem ehemaligen Hauptnutzer Ryanair ist es egal. Der fliegt jetzt ab Hamburg statt "Hamburg-Lübeck". Probleme mit der Genehmigung wie beim BER konnten in Lübeck übrigens nicht passieren: Für den Flughafen gab es nie einen Planfeststellungsbeschluss.

Passagiere pro Tag (2016): 169

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