Dienstag, 20. November 2018

Streit um Krankheitstage Post hält an Befristungs-Praxis fest

Möglichst selten krank, sonst wird es nichts mit einem unbefristeten Vertrag bei der Post

Wer in zwei Jahren mehr als 20 Tage krank ist, hat bei der Deutschen Post keine Chance auf einen entfristeten Vertrag. Diese Regelung ist höchst umstritten und rief zuletzt auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf den Plan. Doch die Post will an der Regelung festhalten. Sie habe sich bewährt.

Ungeachtet aller Kritik will die Deutsche Post ihre umstrittene Praxis bei der Entfristung von Arbeitsverträgen nicht ändern. "Wir werden an den Eckpunkten festhalten, denn sie haben sich in der Praxis bewährt und sind arbeitsrechtlich nicht zu beanstanden", sagt Personalvorstand Thomas Ogilvie der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag).

Der Bonner Konzern übernimmt Angestellte nur dann unbefristet, wenn sie zuvor innerhalb von zwei Jahren nicht mehr als 20 Krankheitstage hatten und nicht mehr als zwei selbstverschuldete Unfälle mit konzerneigenen Fahrzeugen.

Daran hatte es massive Kritik gegeben. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) kündigte an, den Einfluss des Bundes für eine Änderung der Kriterien zu nutzen. Der Bund hält über die Staatsbank KfW knapp 21 Prozent an der Deutschen Post.

Lesen Sie auch: Jobvergabe bei der Post - verwerflich oder vernünftig?

Ogilvie bekräftigte die Argumentation der Post, dass die Kriterien nur Anhaltspunkte seien und die Verantwortlichen, die vor Ort über jede einzelne Entfristung entscheiden müssten, Entscheidungsspielräume hätten.

"Wenn es eine Grippewelle gab oder jemand einen Sportunfall mit langer Ausfallzeit hatte, kann von den Eckpunkten durchaus abgewichen werden", sagt Ogilvie. "Wir brauchen Kriterien wie jeder andere Arbeitgeber auch, weil wir nicht willkürlich allein nach Bauchgefühl über die Entfristung von Verträgen entscheiden wollen."

rei/dpa

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH