Montag, 25. Juli 2016

Diskussion um Barzahlung Transparency sieht Bargeld-Obergrenze bei 1000 Euro

Jede Menge Bargeld: Kommt bald ein Limit?

Die Regierung plant, Bargeldzahlungen nur noch bis 5000 Euro zuzulassen. Im Gegensatz zu Händlern in Deutschland halten Anti-Korruptions-Wächter das für sinnvoll: Die Obergrenze sollte sogar noch viel niedriger liegen.

Gebrauchtwagenhändler, Möbelhäuser, Juweliere und Luxusmarken-Geschäfte haben die Pläne der Bundesregierung kritisiert, Bargeldzahlungen nur bis 5000 zuzulassen. Verbraucherschützer mahnen, Bargeld sei für Verbraucher unter Datenschutz-Gesichtspunkten von großem Vorteil.

Zuspruch erntest Berlin für die Pläne jetzt von der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International. "Eine Obergrenze für Bargeldzahlungen ist ein sinnvoller Beitrag, um die Schattenwirtschaft zu bekämpfen", sagte Vorstandsmitglied Caspar von Hauenschild der "Berliner Zeitung".

Doch geht es nach ihm, sollte sich Deutschland bei der Festlegung des Limits an Frankreich orientieren - die Obergrenze sollte also bei 1000 Euro liegen. Die Nichtregierungsorganisation Transparency kämpft in Deutschland und international gegen Korruption.

In anderen Staaten Europas gibt es seit längerem Obergrenzen für Barzahlungen, auf eine gemeinsame Grenze hatte man sich aber bislang nicht verständigen können. Die Bundesregierung dringe weiterhin auf eine einheitliche europäische Lösung, sei aber notfalls auch bereit, alleine ein Bargeld-Limit festzulegen, hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zuerst berichtet.

Als Grund wurde demnach die gewachsene Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus genannt, nicht zuletzt durch Anhänger der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Ziel einer Begrenzung wäre also vor allem, die Finanzströme von Terroristen auszutrocknen.

Ökonomen diskutieren schon länger über die Möglichkeit, die Verwendung von Bargeld einzuschränken oder Bargeld ganz abzuschaffen. Als Vorteile werden neben der Terror- und Kriminalitätsbekämpfung auch Auswirkungen auf die Geldpolitik der Notenbanken genannt.

Einige Volkswirte vertreten die Auffassung, dass die Bekämpfung einer vermeintlich konjunkturschädlichen Deflation, also einem anhaltenden Preisverfall auf breiter Front, ohne Bargeld besser möglich sei. So könnten sich Verbraucher und Unternehmen negativen Zinsen zur Konsum- und Investitionsstimulierung nicht mehr dadurch entziehen, dass sie Kontoeinlagen in Bargeld umschichteten.

rei mit dpa

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