Montag, 17. Dezember 2018

Alarmsignal in Beraterbranche Out of Mainhattan - A.T. Kearney schließt Frankfurter Büro

Frankfurter Finanzviertel: Auch der Berater AT Kearney hatte ein Büro in "Mainhattan" in der Taunusanlage, kehrt Frankfurt jedoch bald den Rücken

Der Unternehmensberater A.T. Kearney schließt sein Frankfurter Büro. Der hessische Exodus ist ein Alarmsignal.

Die Beratungsgesellschaft A.T. Kearney zieht weg aus Frankfurt. Der Consultant, der mit einem Weltumsatz von rund 1 Milliarde Euro zum gehobenen Mittelfeld der Zunft zählt, will das Büro in der Taunusanlage Numero 17 schließen, das Personal soll sich demnächst am Stammsitz in Düsseldorf einfinden.

Was offiziell als optimiertes Office-Konzept kommuniziert wird - man versteht sich einigermaßen aufs Marketing -, ist in Wahrheit ein Zeichen von Spar- und Enthaltsamkeit: Kearney will Kosten senken.

Der scheidende Deutschlandchef Martin Sonnenschein (51) hat die Tatsache des hessischen Exodus seinen Getreuen beiläufig bei seiner letzten Videobotschaft verkündet. Klar ist: Wer keinen neuen Vertrag akzeptiert und nicht nach Düsseldorf wechselt, muss mit einer Änderungskündigung rechnen.

Ausnahmestellung ist perdu

Während die Beschäftigten von Konkurrenten jeden Tag ob neuer Honorareingänge vor Freude in die Faust beißen, gehen die Kearney-Geschäfte mit Finanzdienstleistern derzeit nicht besonders. Zudem hat die Konkurrenz im Kernbusiness der Firma - Hilfen für eine effizientere Produktion - massiv investiert. Die einstige Ausnahmestellung ist perdu, McKinsey gar vorbeigezogen.

Sonnenschein hat das Annoncieren schlechter Nachrichten bald hinter sich, er wird zum Jahresende ins Beraterglied zurücktreten. Dann übernimmt der Industriefachmann Martin Eisenhut (52), der 2015 von Roland Berger kam.

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