Montag, 20. November 2017

Abwicklung der Arag Leben genehmigt Noch ein Lebensversicherer weniger ...

Arag-Zentrale in Düsseldorf: Der Versicherer will sich auf das Geschäft mit Sach-, Kranken- und Rechtsschutzpolicen beschränken

Ein weiterer Lebensversicherer verschwindet still und leise vom Markt. Die Arag hat das Neugeschäft bereits eingestellt. Mit dem jetzt genehmigten Verkauf an die Frankfurter Leben werden 322.000 Verträge abgewickelt

Der Verkauf der Arag-Lebensversicherung an einen professionellen Abwickler ist perfekt. Die Versicherungsaufsicht Bafin habe die Übertragung der 322.000 Arag-Policen und der zugehörigen rund 2,8 Milliarden Euro an Kapitalanlagen auf die Frankfurter Leben genehmigt, teilten der Versicherer und der neue Eigentümer am Donnerstag mit.

Die Düsseldorfer Arag hatte beschlossen, das Neugeschäft in der Lebensversicherung einzustellen und sich auf das Sach- und Rechtsschutzgeschäfte zu konzentrieren. Arag Leben wird in Frankfurt Münchener Lebensversicherung umbenannt. Insgesamt sind damit bereits fünf deutsche Lebensversicherungsgesellschaften in Abwicklung.

Mit den Policen wechseln auch 120 Beschäftigte ihren Arbeitgeber. 80 weitere Mitarbeiter der ARAG Lebensversicherung seien innerhalb des Konzerns untergekommen, sagt Sprecher Klaus Heiermann im Gespräch mit manager-magazin.de. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben.

"Konnten den Bestand nicht so schnell drehen wie gewünscht"

Hinter der Frankfurter Leben stecken der chinesische Investor Fosun und die BHF-Bank, die zuvor schon die Basler Leben in Deutschland übernommen hatte. Insgesamt verwaltet sie nun 450.000 Verträge und rund fünf Milliarden Euro Kapitalanlagen. Dem konkurrierenden Abwickler Viridium (ehemals Heidelberger Leben) gehören drei Leben-Bestände.

Niedrige Zinsen und eine schärfere Regulierung erschweren es den Lebensversicherern, die hohen Renditeversprechen der Vergangenheit von bis zu 4 Prozent auf den Sparanteil zu erwirtschaften. Um den Druck zu lindern, stellte die ARAG schon im Jahr 2005 und damit vergleichsweise früh ihr Geschäft mit Lebensversicherungen auf Fondspolicen um. Für diese Verträge, wo der Kunde großteils das Kapitalmarktrisiko selbst trägt, müssen die Anbieter weniger Reserven bilden als bei Policen mit lebenslangen Garantien.

"Wir konnten den Bestand aber nicht so schnell drehen wie erwünscht", sagt ARAG-Sprecher Klaus Heiermann im Gespräch mit manager-magazin.de. Mit anderen Worten: Auch zuletzt machten die klassischen Policen noch 90 Prozent der Deckungsrückstellungen des Lebensversicherers aus.

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