Donnerstag, 13. Dezember 2018

Mehr verkaufte teure iPhones sorgen für Gewinnsprung Apple toppt Erwartungen und kratzt an Billionen-Grenze

Apple-Shop in New York

Nach enttäuschenden Zahlen von Facebook, Twitter und Netflix lässt Apple die Herzen der Tech-Investoren wieder höher schlagen. Der iPhone-Konzern hat die ohnehin hohen Erwartungen getoppt. Auch der Ausblick ist besser als erwartet, die Aktie steigt. Apple nähert sich der Billion-Dollar-Grenze.

Mehr als 140 Unternehmen aus dem breiten US-Aktienindex S&P 500 legen in dieser Woche ihre Quartalsergebnisse vor, doch nur die wenigsten stehen dabei so im Fokus wie Apple: Der iPhone-Konzern verkündete seine mit Spannung erwarteten Zahlen am Dienstagabend nach US-Börsenschluss und übertraf die Erwartungen der Märkte bei den allermeisten Kennzahlen.

Die Aktie von Apple Börsen-Chart zeigen legte unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen in der Spitze um 3 Prozent zu. Der nachbörsliche Kursanstieg trieb den Börsenwert von Apple auf rund 960 Milliarden Dollar. Der Konzern nähert sich damit der magischen Grenze von 1 Billion Dollar Marktkapitalisierung, die der wertvollste Technologiekonzern der Welt als erstes Unternehmen überhaupt überspringen könnte.

Apple übertraf die Verkaufsschätzungen teilweise, indem es zwar weniger, aber teurere iPhones losschlug. Das Unternehmen verkaufte 41,3 Millionen Einheiten, Analysten der Wall Street hatten 41,8 Millionen verkaufte Smartphones erwartet. Der durchschnittliche iPhone-Verkaufspreis lag bei 724 US-Dollar, hier hatten die Experten laut dem Datendienst FactSet mit 694 US-Dollar im Schnitt gerechnet.

Mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Debüt bleibt die Anziehungskraft des iPhones für die Kunden damit offenbar ungebrochen, steht das Mobiltelefon immer noch für gut 60 Prozent des Konzernumsatzes.

Luxus-iPhone X war das beliebteste Modell im vergangenen Quartal

Apple-Finanzvorstand Luca Maestri sagte laut englischsprachiger Nachrichtenagentur Reuters, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise durch den verstärkten Absatz der teureren Modelle - einschließlich des knapp 1000 Dollar teuren iPhone X - in die Höhe getrieben worden seien. Das iPhone X sei das beliebteste Modell des Quartals gewesen, betonte der Finanzchef.

Der Konzernumsatz kletterte im dritten Quartal um 17 Prozent auf 53,3 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn betrug 2,34 US-Dollar je Aktie. Hier hatten Analysten 52,3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 2,18 US-Dollar je Aktie erwartet.

Während sich der iPhone-Absatz in der Vergangenheit leicht verlangsamt hat, baut Apple zugleich eine Reihe digitaler Dienste und weitere Gadgets rund um seinen Verkaufsschlager auf und aus:

Der Umsatz von Apple Services etwa schnellte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31 Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar in die Höhe, fiel damit gut 400 Millionen Dollar höher aus als erwartet. Apple Services umfasst den App Store, Apple Music, Apple Pay und iCloud Storage. Apple arbeitet laut Bloomberg daran, diese Angebote um Videos und einen News-Abo-Service zu erweitern. Apple wolle den Umsatz mit diesen Bereichen bis 2021 auf jährlich 50 Milliarden US-Dollar steigern.

Die Umsätze im Segment "Sonstige Produkte" - zu dem unter anderem Kopfhörer, die Apple Watch, Apple TV und der HomePod zählen - schnellten im abgelaufenen Quartal um 37 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar in die Höhe.

Ausblick liegt ebenfalls über den Erwartungen der Märkte

Auch der Ausblick wusste zu gefallen: Das wertvollste Technologieunternehmen der Welt prognostizierte für das vierte Quartal einen Umsatz von 60 bis 62 Milliarden US-Dollar. Analysten haben hier laut Thomson Reuters 59,6 Milliarden US-Dollar erwartet, von Bloomberg befragte Experten lagen im Schnitt bei 59,4 Milliarden Dollar.

Der Ausblick für das vierte Quartal steht deshalb so im Fokus der Investoren, weil Apple hier gewöhnlich seine neuen iPhones vorstellt. Apple wird in diesem Jahr voraussichtlich noch drei neue Modelle auf den Markt bringen, heißt es. Jedenfalls blicke Apple-Chef Tim Cook "mit Freude auf die Produkte und Dienstleistungen in unserer Pipeline".

Die Spannung vor den Apple-Zahlen war groß. Denn zuletzt hatten einzelne prominente US-Technologiekonzerne wie Netflix , Facebook und Twitter die Märkte mit ihren Geschäftszahlen enttäuscht und daher zu erheblichen Kursabschlägen in dem ganzen Segment geführt. Von dem Ausverkauf war Apple aber weitgehend verschont geblieben.

mit Reuters

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