Donnerstag, 24. August 2017

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Amazon-Aktie nahe 1000 Dollar Amazon wird zur Cloud-Company - Anleger auf Wolke Sieben

Amazon Web Services: Die Cloud-Computing-Sparte hat mit den typischen Amazon-Päckchen nicht mehr viel zu tun. Das eigentliche Kerngeschäft, der Online-Handel, wirft zwar immer noch das Gros der Umsätze ab. Doch am meisten Geld verdient Amazon mit der Cloud
AP/Stringer - Imaginechina
Amazon Web Services: Die Cloud-Computing-Sparte hat mit den typischen Amazon-Päckchen nicht mehr viel zu tun. Das eigentliche Kerngeschäft, der Online-Handel, wirft zwar immer noch das Gros der Umsätze ab. Doch am meisten Geld verdient Amazon mit der Cloud

Amazons Aktie nähert sich der Marke von 1000 Dollar und steigt damit in schwindelerregende, wolkige Höhen. Doch dort "oben", also in der Cloud, verdient der Konzern mittlerweile auch das meiste Geld.

Tech-Anleger in Hochstimmung: Die beiden IT-Riesen Amazon Börsen-Chart zeigen und Alphabet Börsen-Chart zeigen haben mit ihrem Wachstum im ersten Quartal die Erwartungen jeweils deutlich übertroffen. Die Google-Mutter Alphabet Börsen-Chart zeigen meldete am Donnerstag nach Börsenschluss ein Umsatzplus um 22 Prozent. Der Gewinn stieg im ersten Quartal auf 5,4 Milliarden Dollar - im Vorjahresquartal waren es 4,2 Milliarden Dollar.

Die Aktie von Alphabet, legte nach Bekanntgabe der Zahlen nachbörslich um rund 4 Prozent auf 920 US-Dollar zu. Die psychologisch wichtige 1000-Dollar-Marke je Aktie ist damit für die Google-Mutter nur noch knapp 9 Prozent entfernt. Der zweite IT-Riese an der Nasdaq, das Online-Kaufhaus Amazon, ist mit Bekanntgabe seiner Quartalszahlen dieser runden Marke noch ein Stück näher gerückt. Die Aktie von Amazon Börsen-Chart zeigen sprang im nachbörslichen US-Handel ebenfalls um rund 4 Prozent nach oben und notierte zuletzt bei 951 US-Dollar. Beide Aktien notieren damit auf Rekordhoch.

Amazons Konzerngewinn klettert um 41 Prozent

Amazon-Chef Jeff Bezos: Aktie nahe an 1000 Dollar

Amazon hat seinen Gewinn zu Jahresbeginn ebenso wie Alphabet kräftig gesteigert. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 724 Millionen Dollar, Die Prognosen der Analysten wurden damit klar übertroffen.

Es ist das achte Quartal in Folge, in dem das Unternehmen einen Gewinn schafft. In den Jahren zuvor hatte die mit erheblichen Investitionen verbundene Expansion immer wieder für Verluste gesorgt, was häufig zu Unmut unter den Anlegern führte. Der umtriebige Konzern-Chef und -Gründer Jeff Bezos, dem auch eine Weltraumfirma gehört, drang dabei in immer mehr Geschäftsbereiche vor.

Die Umsätze stiegen um 23 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar und wuchsen damit ebenfalls stärker als erwartet. Nun verschickt Amazon schon lange nicht mehr nur Päckchen von online bestellten Büchern oder CDs an seine Kunden. Tausendsassa Bezos versorgt sie auch mit selbst hergestellten Tablets, mit Musik und Filmen von seiner Onlineplattform, stellt ihnen die Lautsprecher-Assistentin Alexa ins Wohnzimmer, die nicht nur die Börsenkurse kennt und vorliest, sondern künftig womöglich auch noch Bestellungen zum Auffüllen des Kühlschranks aufnimmt.

Zum eigentlichen Star des breitgefächerten Amazon-Angebots ist aber mittlerweile das eher unscheinbare Geschäft mit dem Verkauf von Rechenleistungen auf riesigen Amazon-Rechnerfarmen geworden - das sogenannte Cloud-Computing.

Cloud-Sparte AWS steuert 90 Prozent zum operativen Gewinn bei

Der Umsatz der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS), mit der es Bezos zum Marktführer gebracht hat, stieg um 43 Prozent auf rund 3,66 Milliarden Dollar. Das sind zwar "nur" rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes. Doch steuerte die Sparte mit 890 Millionen Euro Gewinn im vergangenen Quartal bereits rund 90 Prozent zum gesamten operativen Ergebnisses von 1,01 Milliarden Dollar bei.

Mit anderen Worten: Das Geschäft mit IT-Diensten und Rechenleistung aus dem Netz wächst nicht nur beim Umsatz am stärksten, sondern wirft schon jetzt die größte Rendite innerhalb des Amazon-Konzerns ab.

Viel von dem Geld wird Bezos reinvestieren - etwa in den Ausbau schnellerer und eigener Lieferdienste sowie in ein breites Angebot an frischen Lebensmitteln. Auch will Amazon seine Lagerkapazitäten verstärken und so bis Mitte nächsten Jahres auch Zehntausende neue Jobs schaffen. Das dürfte vermutlich erneut am Gewinn nagen.

Für das zweite Quartal stellte Bezos ein Umsatzwachstum zwischen 16 und 24 Prozent und einen operativen Gewinn zwischen 425 Millionen und 1,08 Milliarden Dollar in Aussicht. Zumindest beim Gewinn liegt Amazon damit unter den Analystenschätzungen.

la/rei

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