Mittwoch, 20. September 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Amazon mit Rekordgewinn Amazon schafft Rekordgewinn dank Cloud-Geschäft - Aktie springt

Amazon-Chef Jeff Bezos: Die Wall Street liebt Gorillas, die den Markt beherrschen - wie Amazon und Facebook

Der weltgrößte Online-Händler Amazon profitiert von seinem boomenden Geschäft mit Cloud-Diensten und meldet für das erste Quartal einen Rekordgewinn. Die Aktie legt zweistellig zu.

Amazon-Chef Jeff Bezos hat erneut gezeigt, dass er sich von Analysten und den Wünschen der Wall Street nicht aus der Ruhe bringen lässt. Weder die Kritik an der inzwischen absurd hohen Bewertung der Aktie noch die Kritik einiger US-Analysten, dass es höchste Zeit für höhere Gewinne bei Amazon sei, bringen Bezos aus der Ruhe. Mal weist er auf Grund hoher Investitionen einen Verlust aus, und dann zur Abwechslung mal wieder einen Gewinn - wie jetzt für das erste Quartal.

Für Bezos zählt allein die Marktmacht, Quartalsergebnisse sind für ihn Nebensache. Und das Bemerkenswerte ist: Die Investoren spielen dieses Spiel mit, so groß ist ihr Respekt vor der beherrschenden Stellung des Online-Riesen. Am Donnerstag meldete Amazon nach Börsenschluss einen Rekordgewinn von 513 US-Dollar - mehr als doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatte Amazon Börsen-Chart zeigen noch 57 Millionen Dollar verloren. Die Aktie sprang im nachbörslichen Handel um knapp 15 Prozent hoch.

Kurssprung macht Bezos um sechs Milliarden Dollar reicher

Das macht sich auch für den Amazon-Chef selbst bezahlt. Forbes errechnete, dass der Kurssprung Bezos persönliches Vermögen einen Zuwachs um sechs Milliarden Dollar beschert hat. Forbes führt Bezos jetzt auf seiner Liste mit einem Vermögen von 59,2 Milliarden Dollar und damit als aktuell viertreichsten Menschen der Erde.

Der Amazon-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar. Die Cloud-Sparte AWS erwies sich erneut als starker Geldbringer. Bei einem Umsatz von gut 2,5 Milliarden Dollar fuhr sie einen operativen Gewinn von 604 Millionen Dollar ein. Amazon bietet Unternehmen Rechenleistung aus dem Netz, viele Start-ups und auch etablierte Firmen greifen auf Cloud-Dienste von AWS zurück. Der Umsatz des Bereichs sprang im Jahresvergleich um 64 Prozent hoch und der operative Gewinn wurde mehr als verdreifacht.

Auch das US-Handelsgeschäft war profitabel mit einem Sprung beim operativen Gewinn von 254 auf 588 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs um mehr als ein Viertel auf knapp 17 Milliarden Dollar. Im internationalen Geschäft gab es auf operativer Basis rote Zahlen von 121 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 9,57 Milliarden Dollar.

Versand-Ausgaben klettern auf 1,5 Milliarden US-Dollar

Zugleich sprangen auch die weltweiten Versand-Ausgaben um 44 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar hoch. Der Konzern bietet seinen Kunden den Abo-Dienst Prime an, in dem neben Video- und Musik-Streaming auch ein schnellerer kostenloser Versand enthalten ist.

Amazon baut auch eine eigene Versand-Infrastruktur auf. Finanzchef Brian Olsavsky bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Zahlen, dass dies nur die Zusammenarbeit mit Versanddiensten ergänzen solle. Er hatte zuletzt gesagt, in der Weihnachtszeit überfordere die Masse an Amazon-Paketen die etablierten Logistiker.

Amazon-Chef Jeff Bezos investierte in den vergangenen Jahren stets viel in die Entwicklung des Geschäfts und neue Produkte, so dass bestenfalls schmale Gewinne übrig blieben. Für Investoren ist schon der zweite hohe Überschuss in Folge ungewöhnlich.

Amazon setzt aktuell auch massiv auf das Geräte-Geschäft mit neuen Tablet-Computern, E-Book-Lesegeräten und vernetzten Lautsprechern. Konkrete Zahlen zum Geräteabsatz nennt Amazon traditionell nicht. Bezos erklärte lediglich, bei den "Echo"-Lautsprechern gebe es Lieferengpässe angesichts hoher Nachfrage. Und die Verkäufe der Tablets hätten sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Der Tablet-Markt insgesamt schrumpfte nach Berechnungen der Analysefirma IDC um fast 15 Prozent. Amazon sehen die Experten mit 2,2 Millionen verkauften Kindle-Fire-Tablets bei einem Marktanteil von 5,7 Prozent.

la/dpa/reuters

Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH