Freitag, 24. März 2017

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Onlinehändler investiert 1,5 Milliarden Dollar Amazon baut eigenen Flughafen - mit 200 Flügen pro Tag

Künftig auf firmeneigenem Airport: Ein Flugzeug von Amazon

Der US-Onlineriese Amazon Börsen-Chart zeigen schreitet auf dem Weg voran, zu einem umfassenden Logistikkonzern zu werden. Das Unternehmen von Multimilliardär Jeff Bezos will sich zunehmend von anderen Firmen unabhängig machen und die komplette Wertschöpfungskette des Handelsgeschäfts im eigenen Hause abbilden. Jüngster Plan: Im US-Bundesstaat Kentucky will Amazon Börsen-Chart zeigen jetzt für 1,5 Milliarden einen firmeneigenen Frachtflughafen bauen. Zu dem Zweck werde der Flughafen Cincinnati im Norden Kentuckys umgebaut, teilte der Konzern mit.

Von Amazons eigenem Flughafen sollen pro Tag rund 200 Starts und Landungen ausgehen, ergänzte der Chef des Flughafens Cincinnati in einem Interview.

Aktie vor Quartalszahlen knapp unter Rekordhoch

Der Online-Riese legt am Donnerstag nach Börsenschluss (22 Uhr MEZ) seine Zahlen für das vierte Quartal vor. Die Aktie notiert mit 840 Dollar nur knapp unter Rekordniveau. Die Flughafenpläne seien ein deutliches Zeichen dafür, welche dominierende Rolle Amazon in Zukunft zu übernehmen gedenke, sagte ein Händler. Analysten rechnen vor Bekanntgabe der Bilanz mit stark steigenden Umsätzen bei Amazon - wie immer sei jedoch die große Frage, wie stark die Milliarden-Investitionen des Konzerns das Ergebnis und den Ausblick beeinflussen werden.

Zu den Kosten des Flughaufenausbaus äußerte sich Amazon nicht, die örtliche Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft bezifferte die Investition jedoch auf 1,49 Milliarden Dollar (1,39 Milliarden Euro). Nach Angaben des US-Tech-Blogs Recode hat Amazon bereits die Erlaubnis erhalten, auf dem Areal rund 360 Hektar Land zu pachten. Amazon kündigte an, es würden 2000 neue Jobs entstehen.


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Christoph Rottwilm auf Twitter

Damit schreitet der Internetriese weiter voran auf seinem Weg, unabhängiger von Zustelldiensten wie UPS oder Fedex und von traditionellen Post-Dienstleistern zu werden. Im vergangenen Jahr schloss Amazon bereits Verträge mit zwei Luftfrachtfirmen. Derzeit sind unter dem Namen Prime Air 16 Frachtflugzeuge für den Konzern im Einsatz, weitere 24 wurden von Amazon bereits geleast, so Recode.

Daneben investiert Amazon auch in eigene Lastwagen, um Waren zwischen verschiedenen Lagern in den USA hin und her zu bewegen. Außerdem bereitet der Konzern den Einstieg in den Frachttransport auf See vor.

mit Material von afp

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