Donnerstag, 20. September 2018

Kursrutsch der Bezos-Company Trump beschimpft Amazon per Tweet

Donald Trump, Amazon-Chef Jeff Bezos: "Trump hasst Amazon, nicht Facebook"
[M] Getty Images
Donald Trump, Amazon-Chef Jeff Bezos: "Trump hasst Amazon, nicht Facebook"

Auf die Medienberichte am Vortag folgte die offizielle Schelte: US-Präsident Donald Trump hat den weltweit agierenden Online-Handelskonzern Amazon Börsen-Chart zeigen öffentlich scharf kritisiert. "Sie zahlen wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und sie benutzen unser Postsystem als ihren Botenjungen", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. Dies lasse den Vereinigten Staaten enorme wirtschaftliche Schäden entstehen.

Viele Tausend Einzelhändler würden aus dem Geschäft gedrängt, schrieb der Präsident. Der Aktienkurs von Amazon Börsen-Chart zeigen war bereits am Vortag eingebrochen, als Berichte kursierten, Trump könnte politisch gegen den Konzern vorgehen und eine höhere Besteuerung von Amazon durchsetzen. Konzernchef Jeff Bezos ist auch Inhaber der Trump-kritischen Zeitung "Washington Post".

Die Kritik des Präsidenten zeigt auch deshalb Wirkung, weil der Aktienkurs von Amazon Börsen-Chart zeigen in den vergangenen Monaten von einem Rekord zum nächsten geeilt war und nun besonders anfällig für Gewinnmitnahmen ist. Zeitweise sank der Börsenwert von Amazon am Mittwoch um rund 53 Milliarden Dollar, bevor sich der Kurs wieder erholte.

Laut dem Online-Portal Axios will der US-Präsident die steuerliche Behandlung von Amazon ändern und die Marktmacht damit begrenzen. Er sorge sich, dass kleine Einzelhandelsgeschäfte aus dem Geschäft gedrängt würden, hieß es bei Axios am Mittwoch. "Trump hasst Amazon, nicht Facebook", titelte Axios. Insgesamt stützte die Website ihren Bericht auf fünf Quellen, die das Thema mit dem Präsidenten diskutiert hätten.

Die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders sagte am Mittwoch bei der täglichen Pressekonferenz, die Trump-Regierung erwäge hinsichtlich Amazon keinen politischen Kurswechsel.

Trump hat Amazon wiederholt kritisiert und mit einer "Internetsteuer" gedroht. Ihm missfällt, dass Konzernchef Jeff Bezos privat Besitzer der "Washington Post" ist. Trump bezichtigt die Zeitung immer wieder, "Fake News" zu verbreiten, ohne dafür Belege zu haben.

Auch Tesla beschleunigt Kurssturz

Zum Kursrutsch an der Nasdaq trug auch bei, dass neben Amazon auch die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen seine Talfahrt beschleunigte und zeitweise um weitere 10 Prozent auf 253 US-Dollar einbrach. Vor vier Wochen hatte Tesla noch bei 350 US-Dollar notiert.

Anlass für den Ausverkauf bei Tesla: Die US-Behörde für Transportsicherheit NTSB untersucht einen tödlichen Crash mit einem Model X. Die Aufseher prüften, ob Teslas Fahrassistenz-Programm zum Zeitpunkt des Unfalls eingeschaltet war, teilte das National Transportation Safety Board (NTSB) am Dienstag (Ortszeit) bei Twitter mit. Es sei derzeit noch unklar, ob das automatische Kontrollsystem aktiviert war. Der Unfall habe sich in der vergangenen Woche nahe der Stadt Mountain View in Kalifornien ereignet.

Der Kursrutsch der Techwerte setzte neben Amazon und Tesla auch dem wertvollsten Konzern der Welt, dem iPhone-Hersteller Apple Börsen-Chart zeigen, zu. Die im Dow Jones notierte Aktie von Apple verlor zeitweise rund 3 Prozent an Wert - auch hier nahmen Anleger Gewinne vom Tisch.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH