Sonntag, 24. März 2019

Großschäden belasten, Erwartungen leicht geschlagen Vor allem Vermögensverwaltung treibt Allianz-Gewinn

Allianz-Chef Oliver Bäte

Teurere Großschäden haben den Allianz-Konzern im zweiten Quartal nicht aus der Bahn geworfen. Europas größter Versicherer macht Einbußen in der Lebensparte vor allem mit Zuwächsen bei den Vermögensverwaltern Pimco und Allianz Global Investors wett. Der Konzern schlägt die Markterwartungen leicht. Vorstandschef Oliver Bäte bestätigt die Prognose für den Jahresgewinn.

Europas größter Versicherer,. die Allianz-Gruppe, hat die Erwartungen der Analysten im zweiten Quartal übertroffen und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Der operative Gewinn stieg um 2 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Freitag mit. Die Experten hatten im Schnitt nur mit einer Stagnation gerechnet.

Das Nettoergebnis sank wegen des Ausstiegs aus einem Lebensversicherungs-Bestand in Taiwan auf 1,9 (2,0) Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal um knapp drei Prozent auf 30,9 Milliarden Euro, obwohl die Allianz in weiten Teilen Gegenwind von den Wechselkursen hatte.

Der Konzern bestätigte am Morgen seine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr: Der operative Gewinne soll 11,1 Milliarden Euro mit einer Schwankungsbreite von 500 Millionen betragen. Analysten trauen der Allianz im Schnitt fast 11,5 Milliarden Euro zu. Vorbörslich notierte die Aktie der Allianz Börsen-Chart zeigen rund 1 Prozent fester.

Einegepreist dürfte in den Kurs schon sein das am 2. Juli angekündigte Aktienrückkaufprogramm von 1,0 Milliarden Euro, das bis zum Herbst abgeschlossen sein soll. Analysten wie Michael Huttner von JP Morgan erwarten nun Aussagen darüber, ober der Konzern für das letzte Quartal ein weiteres Rückkaufprogramm ankündigen wird. Die Allianz-Zahlen überzeugten den Experten nur bedingt. Vor allem die Vermögensverwaltung habe sich besser entwickelt als gedacht. Daher sei das Übertreffen der Marktschätzung eher "von niedriger Qualität".


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In der Schaden- und Unfallversicherung stagnierte das operative Ergebnis im zweiten Quartal bei 1,455 Milliarden Euro. Die Bruttoprämieneinnahmen kletterten auf 12,1 (11,7) Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote stieg wegen kostspieligere Großschäden auf 94,1 (93,7) Prozent.

Das Ergebnis der Lebens- und Krankenversicherung sank um 4,6 Prozent auf 1,075 Milliarden Euro. Die Allianz macht dafür geringere Gewinne in der Kapitalanlage vor allem im spanischen und deutschen Lebensversicherungsgeschäft mit verantwortlich. Negative Wechselkurseffekte, primär aus den USA aufgrund des schwächeren US-Dollars, hätten ebenfalls zum Rückgang beigetragen.

Die Vermögensverwaltung der Allianz lieferte ein operatives Ergebnis von 652 Millionen Euro ab, das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 11,6 Prozent. Das Asset Management erwirtschaftete mehr Erträge, deren wesentliche Treiber ein höheres verwaltetes Vermögen und verbesserte Margen waren. Damit wurde der Rückgang des operativen Ergebnisses im Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung mehr als ausgeglichen.

Obwohl externe Kunden 9,2 Milliarden Euro abzogen, wuchs das Dritte verwaltete Vermögen - also nicht für die Allianz und deren Kunden - um 2,5 Prozent auf 1464 Milliarden Euro. Dieser Anstieg sei vor allem auf Währungseffekte zurückzuführen. Das gesamte verwaltete Vermögen erreichte einen Rekordwert von 1993 Milliarden Euro.

rei

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