Dienstag, 26. März 2019

Allianz stockt Start-up-Fonds auf eine Milliarde auf Wo die Wagnis-Millionen der Allianz hinfließen

Allianz-Chef Oliver Bäte: Nach einem satten Milliardengewinn steckt der Versicherer jetzt weitere Millionen ins Digitale

Die Allianz Börsen-Chart zeigen nimmt einen dreistelligen Millionenbetrag für Digitalinvestments in die Hand und macht ihren Wagniskapitalfonds zu einem der größten in Europa. Wie Europas größter Versicherer am Mittwoch mitteilte, stockt er das Kapital seines Allianz-X-Fonds um 570 Millionen Euro auf dann eine Milliarde Euro auf. Die Geldspritze für den Investmentfonds, der in aussichtsreiche Start-ups investiert, stammt direkt von der Mutter Allianz SE und soll für Direktinvestitionen in digitale Unternehmen weltweit eingesetzt werden, die die Allianz-Gruppe für strategisch relevant hält.

Im November 2016 an den Start gegangen, hat der Fonds laut Medienberichten mittlerweile in 15 Unternehmen investiert und sein Startkapital dafür bereits aufgebraucht. In der Kürze der Zeit hat er bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Vor etwas mehr als zwei Jahren mit einem Grundkapital von 430 Millionen Euro als Company-Builder gestartet, änderte der Fonds Ende 2017 seine Ausrichtung auf Investments mit strategischer Relevanz auch in fortgeschritteneren Stadien. Und zwar auf Start-ups, die in den Bereichen Mobilität, vernetzte Gebäude, vernetzte Gesundheit, Vermögensmanagement und Altersvorsorge sowie Datenintelligenz und Internetsicherheit aktiv sind.

Zu den Investments gehören neben der Digitalbank N26, dem US-Insurtech Lemonade, dem Berliner Produktversicherer Simplesurance, dem indonesischen Uber-Rivalen Go-Jek und dem US-Kaptalmarktplatz C2FO auch der Mikroversicherer Bima, der über Smartphone Krankenversicherungen und andere Policen in Entwicklungsländern an Kunden verkauft, die bislang gar nicht versichert sind.

Fokus der Zusamenarbeit mit den Portfolio-Firmen sei es, strategische Partnerschaften zum beiderseitigen Nutzen zu entwickeln, zitierte die US-Seite Techcrunch eine Sprecherin. Bei vielen sei dies bereits gelungen.

2018 hatte Allianz ihren Gewinn dank geringerer Katastrophenschäden kräftig gesteigert und unter dem Strich knapp 7,5 Milliarden Euro verdient. Beim Ausblick blieb der Versicherer, der angesichts der digitalen Konkurrenz seine Dienste für die Kunden deutlich vereinfachen will, allerdings vorsichtig. So soll der operative Gewinn 2019 laut aktuellem Ausblick wie schon 2018 rund 11,5 Milliarden Euro erreichen, mit einem Spielraum von einer halben Milliarde nach oben und unten.

Neben der Allianz gibt es zahlreiche andere Unternehmen, die mit Investmentarmen nach Start-ups greifen. Eine Größenordnung wie die von Allianz X ist in Europa allerdings eher die Ausnahme.

mit dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung