Dienstag, 27. Juni 2017

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Alternativen zum Kapitalmarkt Allianz versorgt künftig Millionen Briten mit Wasser

Mit Wasser lässt sich gutes Geld verdienen: Der Allianz-Konzern übernimmt zusammen mit anderen Investoren einen britischen Wasserversorger

Die Allianz übernimmt zusammen mit zwei Partnern den britischen Wasserversorger Affinity Water und baut damit ihre Position bei Infrastruktur-Investments aus. Das Konsortium bezahle für 90 Prozent an dem Unternehmen 687 Millionen Pfund (gut 810 Millionen Euro), teilte der Versicherer am Dienstag mit.

Zudem können die Investoren dem französischen Versorger Veolia die verbliebenen 10 Prozent an dem Wasserkonzern abkaufen. "Das Investment in Affinity Water ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unser Portfolio an hochwertigen Infrastruktur-Beteiligungen auszubauen", sagte Allianz-Manager Christian Fingerle.

Der Versicherer hat angesichts rekordniedriger Zinsen das Ziel ausgegeben, bei Infrastrukturbeteiligungen wie Flughäfen, Wassernetzen und Windparks künftig ganz vorne mitzuspielen. Diese Investments gelten als attraktiv, weil sie vergleichsweise berechenbare Einnahmen garantieren.

Autobahnen, Wasser und Windparks müssen jetzt die Zinsen verdienen

Affinity Waters passt dabei genau ins Beuteschema. Das Unternehmen versorgt in Großbritannien gut 3,6 Millionen Menschen täglich mit rund 900 Millionen Liter Wasser. Die Einnahmen im britischen Wassersektor seien fair und gut vorhersehbar, erklärte Fingerle. Dabei will die Allianz künftig nicht nur an der Wasserversorgung, sondern auch an der Abwasser-Entsorgung in Großbritannien verdienen - konkret in London.

Zu Infrastrukturinvestments gehören auch Straßen- und Straßennetze. Zuletzt hatte die Allianz angekündigt, unmittelbar vor einem Einstieg in das italienische Autobahnnetz zu stehen, um so von regelmäßigen Mauteinnahmen zu profitieren. Allerdings machen Infrastrukturinvestments immer noch nur einen einstelligen Prozentsatz der gesamten Kapitalanlagen des Allianz-Konzerns aus.

Die Allianz und die britische Beteiligungsgesellschaft HICL stemmen jeweils gut ein Drittel der Übernahme, der Rest entfällt auf den niederländischen Infrastrukturfonds DIF. Die Allianz, die sich zur Höhe ihres Investments nicht äußern wollte, dürfte damit rund 300 Millionen Euro auf den Tisch legen. Verkäufer sind die US-Bank Morgan Stanley und der europäische Infrastruktur-Investor Infracapital. Der Deal soll bis Ende des Monats abgeschlossen werden.

rei mit Reuters

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