Donnerstag, 24. August 2017

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Airline in der Krise Alitalia wird an den Meistbietenden verkauft

Italienische Fluglinie Alitalia: Das Unternehmen sucht dringend einen Käufer

Die schwer angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia soll an den Meistbietenden verkauft werden. Das hat der italienische Verkehrsminister Graziano Delrio am Mittwoch bekannt gegeben.

Bis ein Käufer gefunden ist, wolle Italien Alitalia mit einem Brückenkredit in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro stützen, sagte Industrieminister Carlo Calenda dem Sender Radio 24. Eine Verstaatlichung sei aber ausgeschlossen.

Die italienische Fluglinie hatte am Dienstagabend die Einleitung eines Insolvenzverfahrens angekündigt. Zuvor hatten die Mitarbeiter einen mit den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan des Managements abgelehnt. Der Flugbetrieb soll zunächst uneingeschränkt weitergehen.

Mitarbeiter lehnten Kompromiss ab

Die Airline mit mehr als 12.000 Mitarbeitern steckt seit Jahren in der Krise. Mitte März hatte das Management einen Rettungsplan vorgestellt. Er sieht ein drastisches Sparprogramm vor, der die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen soll. Die Gewerkschaften riefen angesichts der vorgesehenen Stellenstreichungen und Kürzungen der Gehälter des Flugpersonals mehrfach zu Streiks auf.

Der Kompromiss, über den die Mitarbeiter gestern abstimmten und den auch die Gewerkschaften unterstützt hatten, sah vor, dass die Gehälter um durchschnittlich um 8 statt 30 Prozent gekürzt und 980 statt fast 1400 der 12.500 Beschäftigten entlassen werden.

Anteilseigner wollen Umschuldung blockieren

Alitalias Anteilseigner, darunter die Banken UniCredit und Intesa Sanpaolo, hatten damit gedroht, die Umschuldung von Verbindlichkeiten der Fluglinie zu blockieren, sollte es keinen Sanierungsplan geben.

Die Fluggesellschaft hat vor allem mit Billigfliegern zu kämpfen, die auf den italienischen Markt gedrängt sind und mit der Konkurrenz von Schnellzügen innerhalb Italiens. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die arabische Fluggesellschaft Etihad sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für die Araber bislang als teures Zuschussgeschäft - ähnlich wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

mg/dpa-afx/rtr

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