Mittwoch, 19. September 2018

Militärtransporter Pannen beim A400M kosten Airbus eine Milliarde Euro

Der Airbus A400M

Probleme bei den Modellen A400M und A350 belasten die Bilanz von Airbus. Dennoch steigt der Gewinn des Unternehmens. Konkurrent Boeing macht dagegen wieder Verlust.

Der Ärger um den Militärtransporter A400M und den Großraumjet A350 kommen den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus teuer zu stehen. Wegen des Triebwerk-Desasters beim A400M und verzögerter Auslieferungen des A350 verbuchte das Unternehmen im zweiten Quartal eine Sonderbelastung von 1,4 Milliarden Euro, wie Airbus Börsen-Chart zeigen in Toulouse mitteilte. Der Großteil davon entfällt mit gut einer Milliarde Euro auf den Militärtransporter.

Dass der Quartalsgewinn trotzdem höher ausfiel als ein Jahr zuvor, verdankte Airbus Bilanzeffekten aus dem Verkauf verbliebener Anteile an dem Flugzeugbauer Dassault und der Gründung eines Raumfahrt-Gemeinschaftsunternehmens mit dem Partner Safran.

Im laufenden Geschäft sah es durchwachsen aus. Weil Airbus weniger Flugzeuge auslieferte als geplant, ging der Umsatz um ein Prozent auf 16,6 Milliarden Euro zurück. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn sank um vier Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Auch das lag teilweise an Triebwerksproblemen.

Inzwischen soll das Problem gelöst sein, laut Vorstandschef Tom Enders sind die ersten verbesserten Triebwerke eingetroffen. Die bereits vorproduzierten Flugzeuge sollen nun im zweiten Halbjahr ausgeliefert werden und dann in Umsatz und Gewinn einfließen. Für 2016 hält Vorstandschef Enders an seiner Prognose eines stabilen operativen Gewinns fest. Alle Einmalbelastungen und Sondergewinne sind dabei allerdings herausgerechnet.

Langsamer als gedacht geht es beim Großraumjet A350 voran. Airbus bangt um das Ziel, in diesem Jahr 50 Exemplare des Modells auszuliefern. Der Hersteller macht dafür Zulieferer verantwortlich, die für die Kabinenausstattung zuständig sind. Probleme gebe es etwa bei Sitzen und Toiletten.

Boeing schreibt erstmals seit sieben Jahren rote Zahlen

Auch beim Konkurrenten Boeing Börsen-Chart zeigen gibt es Probleme mit mehreren Flugzeugtypen. Der Konzern machte im Frühjahr erstmals seit fast sieben Jahren wieder einen Quartalsverlust. Unter dem Strich stand ein Minus von 234 Millionen US-Dollar (212 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie der Airbus-Rivale in Chicago mitteilte.

Allerdings hatten Fachleute für das abgelaufene Jahresviertel noch deutlich schlechtere Zahlen erwartet. Boeing hatte bereits vergangene Woche Sonderabschreibungen von 2,1 Milliarden Dollar angekündigt.

Das lag gleich an drei Flugzeugmodellen. So hat der Hersteller die Hoffnung aufgegeben, zwei Testexemplare des Langstreckenjets 787 'Dreamliner' noch loszuschlagen und die Produktion des Jumbo-Jets 747-8 in einigen Jahren wieder hochzufahren. Der Jumbo ist wie der Airbus A380 bei Fluggesellschaften kaum noch gefragt. Zudem bereitet die Entwicklung des neuen Tankflugzeug für das US-Militär mehr Schwierigkeiten als zuvor gedacht.

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