Mittwoch, 24. August 2016

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A380-Flaute endet Iran bestellt bis zu 127 Flugzeuge bei Airbus

Airbus A380: Iran könnte mit seinen Bestellungen die Flaute beim Superjumbo beenden

Das Ende der Iran-Sanktionen beschert dem europäischen Flugzeugbauer Airbus einen Großauftrag: Teheran werde noch in dieser Woche 114 Maschinen von Airbus bestellen, kündigte der iranische Verkehrsminister Abbas Achundi am Sonntag an. Vize-Verkehrsminister Asghar Fachrieh Kaschan sprach von bis zu 127 Flugzeugen.

Der Vertrag zwischen der Fluggesellschaft Iran Air und dem Airbus-Konzern werde am Mittwoch in Paris unterzeichnet, so Achundi. Es ist die letzte Station der ersten Europareise von Irans Präsident Hassan Ruhani. Insgesamt brauche sein Land 400 Langstrecken- und 100 Kurzstreckenflieger.

Vize-Verkehrsminister Kaschan sagte am Sonntag, Iran wolle bis zu 127 Airbus-Flugzeuge kaufen. Sein Land sei interessiert an 16 Jets des Langstreckenfliegers A350 sowie an A320-, A330-, A340- und A380-Maschinen. Man hoffe, die Verträge noch diese Woche festzuzurren. Kurz vor dem Abschluss stehe bereits der Erwerb von acht A380-Superjumbos, die ab 2019 geliefert würden, sagte Kaschan.

Sollte das Land neue A380 bestellen, ginge eine Flaute für Airbus zu Ende - der Flugzeugbauer hat im vergangenen Jahr keine einzige Order für seinen Superjumbo erhalten. Die Auslieferungen sollen laut Kaschan zwischen 2016 und 2022 erfolgen. Iran sei auch am Erwerb von mehr als 100 Flugzeugen des US-Konkurrenten Boeing interessiert, so Kaschan.

Die iranische Wirtschaft war durch die im Zuge des Atomstreits verhängten Finanz- und Handelssanktionen in eine schwere Krise geraten. Vor einer Woche wurde aber die Umsetzung des im Juli geschlossenen Atomabkommens verkündet, woraufhin die meisten internationalen Sanktionen aufgehoben wurden. Damit kann Teheran erstmals wieder neue Flugzeuge auf dem Weltmarkt kaufen.

Die Sanktionen hatten auch die zivilen Fluggesellschaften im Iran hart getroffen. Da sie keine Ersatzteile mehr kaufen konnten, galten viele der eingesetzten Maschinen als unsicher. Viele Flugzeuge mussten zuletzt ganz am Boden bleiben.

Die Verhandlungen mit Airbus liefen schon seit zehn Monaten, sagte Achundi. Wegen der Finanzsanktionen habe es jedoch keine Möglichkeit gegeben, die Flugzeuge zu bezahlen. Mit dem US-Konkurrent Boeing, mit dem sich Airbus um die Weltmarktführerschaft streitet, gebe es noch keine vorbereiteten Verträge, sagte Achundi. Das US-Finanzministerium habe noch keine Verhandlungen autorisiert.

Der iranische Markt hat ein gewaltiges Potential. Die Flughäfen müssten für 250 Millionen Dollar (230 Millionen Euro) saniert werden, sagte der Minister. Derzeit seien nur neun von 67 Flughäfen in Betrieb. Im Iran leben 79 Millionen Menschen. Das Land liegt überdies auf der Strecke vieler Interkontinentalverbindungen. In den vergangenen zehn Monaten legte der Luftverkehr bereits um zehn Prozent zu.


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ts/AFP/Reuters

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