Dienstag, 24. Oktober 2017

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Rekordverlust in 2016, Verluste auch im 1. Quartal Air Berlin fliegt immer tiefer in die roten Zahlen

Rekordverlust in 2016: Die tiefroten Zahlen setzten sich im ersten Quartal 2017 fort

Die Fluggesellschaft Air Berlin Börsen-Chart zeigen ist im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das angeschlagene Unternehmen machte 781,9 Millionen Euro Verlust, wie die Airline am Freitag mitteilte. Im Vorjahr waren es 446,6 Millionen Euro gewesen.

Grund seien unter anderem Extrakosten für den Konzernumbau und Wertminderungen von 335 Millionen Euro. Der Jahresumsatz fiel auf 3,8 Milliarden Euro von 4,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Unternehmen betonte, es habe genug Liquidität, um seine Restrukturierung fortzusetzen.

Auch das laufende Jahr 2017 begann mit roten Zahlen. Von Januar bis März stand unterm Strich ein Minus von 293,3 (Vorjahr: -182,3) Millionen Euro . Das Unternehmen betonte, man sei in der Lage, die Restrukturierung fortzusetzen.

Air Berlin schreibt mit einer Ausnahme seit 2008 rote Zahlen. Die Airline befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau. An der Spitze der Fluglinie steht seit Februar Thomas Winkelmann, der für die Lufthansa den Billigflieger Germanwings aufgebaut hat. Vor ihm liegt viel Arbeit: Denn auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten in der Vergangenheit kaum Besserung. In den vergangenen neun Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein.

Die schnell wachsende Airline Etihad war 2011 bei Air Berlin mit 29 Prozent eingestiegen und hält die Gesellschaft seitdem mit Finanzspritzen von etwa 1,5 Milliarden Euro in der Luft. Die Etihad-Eigner, die Herrscherfamilie des ölreichen Gold-Emirates Abu Dhabi, wollen jedoch einen Schlussstrich unter das teure Engagement ziehen. Zu spüren bekam das bereits die zweite namhafte europäische Etihad-Beteiligung Alitalia, die nun am Rande der Pleite steht.

rei/la/dpa/Reuters

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