Sonntag, 19. November 2017

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Behörde untersucht irre Abschieds-Ehrenrunde Air-Berlin-Pilot donnert im Tiefflug an Terminal vorbei

Flieger von Air Berlin in Düsseldorf

Schrecksekunde für Passagiere und Flughafenbesucher in Düsseldorf: Ein Pilot der Pleite-Gesellschaft Air Berlin Börsen-Chart zeigen hat zum Abschied eine waghalsige Ehrenrunde gedreht. Anstatt die mit 223 Fluggästen besetzte Maschine gerade auf die Landebahn zu setzen, habe er im letzten Moment abgedreht und sei kurzzeitig auf das Flughafengebäude zugesteuert, berichtet die "Rheinische Post". Erst wenige Meter vom Gebäude entfernt habe die Maschine wieder an Höhe gewonnen.

"Anschließend ist die Maschine sicher gelandet", bestätigte ein Flughafen-Sprecher den Vorfall gegenüber der Zeitung. Die Maschine mit der Flugnummer AB 7001 sei am Montagmorgen aus Miami gekommen. Es habe sich um einen Airbus A330 gehandelt, schreibt die Zeitung.

"Es war ein komisches Gefühl, als der A330 auf uns zukam", zitierte die "Post" eine Flughafen-Besucherin, die das Manöver gefilmt hat. Sie habe sich mit einigen Kolleginnen verabredet, um die letzte Landung des Langstrecken-Fliegers aus den USA zu beobachten. "Wir waren über die Höhe verwundert, in der die Maschine sichtbar wurde."

Ein Air-Berlin-Sprecher versuchte den Vorfall als wenig dramatisch darzustellen: "Das Flugzeug folgte nach dem Durchstarten in Absprache mit den Fluglotsen einem vorgesehenen Kurs, der es zurück zum Landeanflugflug führte." Über den Grund für das waghalsige Manöver wollte der Sprecher nichts sagen. Probleme mit dem Wetter habe es aber nicht gegeben.

Nach der Insolvenz werden Teile von Air Berlin derzeit an andere Fluggesellschaften verkauft, vor allem die Lufthansa Börsen-Chart zeigen . Den allerletzten Air-Berlin-Flug soll es am 27. Oktober geben.

Luftfahrt-Bundesamt untersucht den Vorfall

Das aufsehenerregende Flugmanöver beschäftigt nun das Luftfahrt-Bundesamt. Die Behörde untersuche den Vorfall, sagte ein Sprecher der insolventen Fluggesellschaft am Dienstag. "Air Berlin unterstützt das LBA vollumfänglich bei seiner Arbeit." Die Behörde war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen.

Nach Angaben des Sprechers handelte es sich "um ein Durchstartmanöver in vorgeschriebener Höhe in Absprache mit dem Fluglotsen". Der Grund werde nun aufgearbeitet. Der Deutschen Flugsicherung zufolge habe der Pilot vor dem Landeanflug im Falle eines Durchstartmanövers die Richtung angefragt. Die Lotsen hätten daraufhin die Linkskurve freigegeben. In welcher Höhe der Pilot schließlich abdrehe, liege in seiner eigenen Verantwortung.

Videos in Internet zeigen das Flugmanöver. Beschwerden von Passagieren gab es nach Angaben von Air Berlin nicht.

Sehen Sie hier das Video vom waghalsigen Manöver:

mit dpa

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