Donnerstag, 21. September 2017

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Langstrecken-Verbindungen von Air Berlin Lufthansa-Planspiele

Düsseldorfer Flughafen: Die Lufthansa will 17 Langstreckenmaschinen von Air Berlin für ihre Billigtochter Eurowings übernehmen

Die Lufthansa will Insidern zufolge nach dem geplanten Kauf von Air Berlin viele Überseeflüge der Pleitefluglinie weiter betreiben. Geplant sei, Verbindungen von Berlin und von Düsseldorf aus weiter zu bedienen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Insgesamt wolle die Lufthansa Börsen-Chart zeigen für ihre Billigtochter Eurowings etwa ein Dutzend der 17 Langstreckenmaschinen der insolventen Konkurrentin übernehmen. "Die Planungen sehen vor, dass zwei der Flugzeuge in Berlin und bis zu zehn in Düsseldorf stationiert werden", ergänzte der Insider. Von der Hauptstadt solle eine Verbindung zur US-Ostküste angeboten werden. "Die Ziele New York und Washington stehen ganz oben auf der Liste der potenziellen Ziele."

Insgesamt bietet die Lufthansa Insidern zufolge für bis zu 90 der rund 140 Maschinen, den Ferienflieger Niki eingeschlossen. Damit würden bis zu 3000 der insgesamt 8600 Beschäftigten zum deutschen Marktführer wechseln, und zwar ausschließlich fliegendes Personal. "Im jetzt vorliegenden Konzept geht es um die Crews", sagte der Insider.

Die Zeit drängt offenbar, da Air Berlin ab Mitte kommenden Monats einige Überseeflüge streicht, etwa von Berlin nach Abu Dhabi und Chicago. Zudem fallen die Strecken von Berlin nach Los Angeles und San Francisco sowie von Düsseldorf nach Boston früher weg als bislang geplant, wie Air Berlin mitteilte. Die Passagiere der betroffenen Flüge sollten umgebucht werden. Weiter angeboten würden die Verbindungen von Berlin nach New York und Miami. Nach Aussagen von Air-Berlin-Chefsanierer Frank Kebekus gingen die Buchungen seit der Pleite zurück, insbesondere auf der Langstrecke.

Air Berlin Börsen-Chart zeigen tat sich schwer damit, ein profitables Langstreckengeschäft aufzubauen. Dafür war die Flotte mit 17 Jets zu klein. Zudem waren auf den Verbindungen von und nach Berlin Geschäftsreisende, die sehr viel für ein Ticket ausgeben, rar. Wegen massiver operativer Probleme am Flughafen Tegel gab Air Berlin jüngst bei Langstreckenflügen Düsseldorf den Vorrang.

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