Donnerstag, 15. November 2018

Medien Bertelsmann schluckt Gruner + Jahr ganz

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe verkündet die Komplettübernahme des Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr

Im zweiten Anlauf kommt Bertelsmann-Chef Rabe zum Ziel. Europas größter Medienkonzern übernimmt den Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr jetzt ganz.

München - Ein erster Versuch war vor ziemlich genau zwei Jahren gescheitert. Jetzt kommt Bertelsmann doch noch zum Zuge und übernimmt den kriselnden Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr ganz.

Damit entscheidet Bertelsmann künftig allein über das Schicksal von Zeitschriften wie "Stern", "Geo", "Brigitte" oder "Capital". Der Verlag Gruner + Jahr ist seinerseits auch mit einer Sperrminorität am Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" beteiligt. Zu Bertelsmann gehören zudem der Fernsehkonzern RTL, der weltgrößte Buchverlag Penguin Random House und das Musikrechte-Unternehmen BMG.

Europas größter Medienkonzern kauft der Familie Jahr zum 1. November ihre Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent ab, wie die Partner am Montag weiter mitteilten. Vor zwei Jahren noch war Bertelsmann-Chef Thomas Rabe mit diesem Versuch gescheitert und musste den Komplettkauf abblasen.

Über die Höhe des Kaufpreises, der in bar gezahlt werde, sei Stillschweigen vereinbart worden. "Wir unterstützen die vom Gruner + Jahr-Vorstand auf den Weg gebrachte Transformation von Gruner + Jahr uneingeschränkt und werden auch in Zukunft die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen", erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

Gruner + Jahr ist dabei, mit einem erneuten Konzernumbau und weiteren Millionensummen seinem Digitalgeschäft auf die Sprünge zu helfen. Die im vergangenen Jahr angetretene Vorstandschefin Julia Jäkel hatte angekündigt, damit Versäumtes nachzuholen. Später als andere Verlage wie Axel Springer oder Burda forciert Gruner + Jahr den Ausbau seiner Internetaktivitäten. Angesichts schrumpfender Zeitschriftengeschäfte plant das Unternehmen zugleich in Deutschland seinen größten Stellenabbau seit Jahren. Bis zu 400 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden.

rei/rtr/dpa

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