Sonntag, 25. September 2016

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Unternehmensführung Der CEO von 2040: Weiblich, technik-begeistert und umweltbewusst

Blick in die Zukunft: Weibliche Chefs gelten als flexibler, interessierter an ihren Mitstreitern und eher willig, ihnen zuzuhören und sie zum Querdenken anzuregen. Sie sind angeblich inspirierender und haben einen höheren ethischen Anspruch an das eigene Tun als Männer.

Im Jahr 2040 wird jeder dritte neu ernannte CEO eine Frau sein, so die Prognose einer weltweiten Unternehmensberatung. Viele Zukunftsforscher und Leadership-Gurus glauben zudem: Frauen werden den neuen Ansprüchen an Führung besser gerecht als Männer.

Vor hundert Jahren trafen bei Business Meetings in New York, London oder Düsseldorf Zigarre schmauchende CEOs mit goldenen Uhrketten überm Bauch zusammen, um zu überlegen, was der Weltkrieg für ihr Geschäft bedeutet, ob die Regierung Kinderarbeit wirklich bald verbietet und wie man in den Werkshallen Elektrizität noch wirksamer einsetzen könnte. Auch wurde in Kreisen der reichen Gründerväter heftig darüber diskutiert, dass Henry Ford in seinen Fabriken einen vergleichsweise großzügigen Mindestlohn eingeführt hatte und seine Leute nach acht Stunden am Band nach Hause schickte.

1964 waren die Protagonisten solcher Treffen nicht mehr Patriarchen, sondern weitgehend angestellte Manager, doch noch immer waren sie alle weiß und männlich: Sie bewunderten neue Erfindungen wie das Faxgerät, den Bankautomaten sowie den Ölboom in Saudi Arabien. Beklagenswert fanden sie dagegen die Versuche der Regierungen, Märkte zu regulieren, Konsumentenrechte und Umweltschutz durchzusetzen. Vor allem aber ging es in den Gesprächen um den wachsenden Hunger der Menschen nach Komfort und Unterhaltung, den Haushaltsgeräte, Fertiggerichte, Einwegware, Massentourismus und Freizeitparks befriedigen sollten.

2014 bei einem Treffen des World Economic Forum sieht die Welt schon bunter aus. Nun sind auch Führungskräfte aus China, Indien und Lateinamerika dabei und auch einige Frauen, jedoch in so geringer Zahl, dass sie auffallen. Auch die Themen sind andere. Diskutiert werden die Allmacht des Finanzsystems, die Gefahren der Staatsverschuldung, die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm auch in den Industriegesellschaften sowie der Klimawandel - und natürlich die Frage, was das alles für das Wohl und Wehe eines modernen Unternehmens bedeuten könnte.

Doch wie geht es weiter? Wie wird eine Versammlung von CEOs in 2040 aussehen? Die Beratung "Strategy&", vormals bekannt als Booz & Company, die sich schon seit Jahren mit dem Wesen des CEOs beschäftigt, wagt eine Prognose: Der Topmanager der Zukunft ist weiblich und technologisch hoch kompetent. Sie wird eng mit einem Chief Strategy Officer zusammen arbeiten und ihren Personalchef - ihren Chief Human Resources Officer - wesentlich ernster nehmen als CEOs heute ihre HR-Experten.

Die Erfolgsfaktoren der Zukunft

An der Prognose, dass 2040 knapp jeder dritte neu ernannte CEO eine Frau sein wird, könnte was dran sein. In der westlichen Welt sind heute schon über die Hälfte der Studenten weiblich, selbst in den Business Schools beträgt der weibliche Anteil 40 Prozent.

Doch Präsenz ist nicht alles. Die Führungskräfte von morgen werden sich mit einer Welt auseinandersetzen müssen, in der es auf andere Fähigkeiten ankommt als die, die heute CEOs erfolgreich machen. Die US-Zeitschrift Fast Company hat Managementdenker und Zukunftsforscher befragt, was die Erfolgsfaktoren der Zukunft sein werden und diese haben einige Trends identifiziert. In ihren Augen spielt Geschlecht als Erfolgsfaktor durchaus eine Rolle.

Die entwickelte Welt sieht sich großem demographischem Wandel ausgesetzt. Einfach 50 Prozent des Talentmarktes zu ignorieren, wird zunehmend unmöglich. Von der europäischen Niederlassung der US-Frauenlobbyorganisation Catalyst ist gar zu hören, dass ein Drittel der CEOs in einer weltweiten Befragung angab, dass ihr Unternehmen nicht so innovativ ist wie es sein könnte, weil es ihm an Nachwuchskräften mangle.

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