Dienstag, 26. Juli 2016

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Zinsen Häuslebauer sparen zweistellige Milliardensumme

Die Niedrigzinspolitik der EZB hat deutschen Häuslebauern viel Geld gespart: Nach Berechnungen für manager magazin online sind es allein durch günstigere Neukredite mehr als 20 Milliarden Euro. Die Summe dürfte noch stark wachsen - doch nicht jeder profitiert.

Frankfurt am Main - Die Schlagzeilen über die ultraniedrigen Zinsen und ihre Folgen für Sparer beherrschen seit Monaten die Schlagzeilen. Vor allem die konservative Presse schäumt ob der angeblichen Enteignung der Sparer durch die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Dabei blenden die Kritiker von EZB-Chef Mario Draghi allerdings aus, dass seine Krisenpolitik auch positive Effekte hat - jenseits der Tatsache, dass ohne sie womöglich schon längst der Währungsraum kollabiert wäre. Zu den Profiteuren gehören auch und vor allem die deutschen Häuslebauer.

Wie die Finanzierungsberatung Barkow Consulting für manager magazin online auf Basis von Bundesbankdaten errechnet hat, haben Immobilienbesitzer seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 insgesamt 24,2 Mrd. Euro gespart, indem sie auslaufende hochverzinste Baufinanzierungen durch günstigere Neukredite abgelöst haben. Bis Ende 2016 wird die kumulierte Ersparnis voraussichtlich sogar auf insgesamt EUR 71,6 Milliarden Euro ansteigen.

"Unter Berücksichtigung weiterer Finanzierungsquellen wie zum Beispiel Wohnungsbaukrediten von Versicherungen fällt die Gesamtersparnis sogar noch einmal höher aus und beträgt mehr als 75 Milliarden Euro", sagt Peter Barkow, Inhaber der gleichnamigen Beratung.

Seine Prognose beinhaltet die jüngste Zinsentwicklung, unterstellt darüber hinaus allerdings ein unverändertes Zinsumfeld sowie konstante Kreditmargenaufschläge durch die Banken. Wer heute günstig finanziert und in vielen Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt, muss unter Umständen später aber auch mit deutlich höheren Zinsen rechnen.

Zinsunterschied von mehr als zwei Prozentpunkten

Noch im Oktober 2013 allerdings betrug der Zinsunterschied zwischen neu abgeschlossenen Krediten und auslaufenden Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit mehr als zwei Prozentpunkte. Für neue Kredite mussten Kreditnehmer laut Barkow demnach im Schnitt 2,7 Prozent Zinsen zahlen, während Altdarlehen 4,9 Prozent kosteten. Am größten war die Zinsdifferenz Mitte 2012 mit seinerzeit 3,2 Prozentpunkten.

Jährlich sparen Hausbauer durch niedrig verzinste Bankdarlehen derzeit 10,9 Mrd. Euro, bis Ende 2016 wird dieser Wert aber sogar noch auf 18,3 Milliarden Euro jährlich ansteigen.

Im Gegenzug allerdings steigen seit Jahren die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser.

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