Mittwoch, 19. Dezember 2018

Anlagestrategie Allianz will Windstrom für Google liefern

Windpark: Hoffnung auf höhere Rendite als für festverzinsliche Anlagen

Die Niedrigzinsen zwingen Versicherer zum Umdenken. Sie investieren stärker in erneuerbare Energien und Infrastruktur - allen voran die Allianz. Sie kauft erneut eine Windfarm, die Strom für Google liefern soll. Die Assekuranz hält solche Investments für lukrativ, doch fühlt sie sich ausgebremst.

Hamburg - Europas größter Versicherungskonzern Allianz will den Bau einer 72-Megawatt-Windfarm in Schweden finanzieren. Die Anlage "Maevaara" in der Nähe von Pajala an der finnischen Grenze im Norden des Landes soll 2015 in Betrieb gehen.

Der dort produzierte Strom soll für zehn Jahre an das Datenzentrum des amerikanischen Internet-Konzerns Google Börsen-Chart zeigen in Finnland fließen. Nach der Fertigstellung will die Allianz die Anlage übernehmen. Sie soll von dem schwedischen Windpark-Unternehmen O2 technisch betreut werden.

Durch die Investition steigt das Engagement der Allianz Börsen-Chart zeigen in erneuerbare Energien auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die Beteiligungstochter Allianz Capital Partners betreibt bereits 36 Windfarmen und sieben Solarparks, die erneuerbare Energie für mehr als 400.000 Haushalte erzeugen können. Neben dem Standort Schweden stehen die Anlagen in Frankreich, Deutschland und Italien.

"Wir freuen uns sehr, mit diesem Investment in den schwedischen Windanlagenmarkt einzusteigen", sagte David Jones, Head of Renewable Energy bei Allianz Capital Partners, und ergänzte: "Durch die Integration des Stromabnahmevertrages ist dieses Projekt ein sehr interessantes Modell für weitere Windfarmentwicklungen auf diesem Markt."

800 Milliarden Euro Investitionsbedarf

Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus und ihrer langfristigen Zahlungsverpflichtungen suchen Versicherer wie die Allianz fortwährend nach Anlagealternativen, die einen regelmäßigen und vergleichsweise sicheren Cashflow generieren.

So treten Versicherer schon länger als Baufinanzierer auf und machen den Banken insbesondere bei lang laufenden Baudarlehen mit sehr günstigen Konditionen das Leben schwer. 2011 summierten sich ausgereichte Baudarlehen etwa auf 7 Prozent der gesamten Kapitalanlagen der deutschen Erstversicherer.

Zugleich investieren Versicherer zusehends in Infrastrukturprojekte wie Stromnetze oder Straßen und treten hier ebenfalls als Darlehensgeber auf. Der Finanzierungsbedarf ist hoch. So schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, dass sich allein die für die Energiewende notwendigen Investitionen in Europa auf annähernd 800 Milliarden Euro belaufen werden

Zu den größeren Investoren bei alternativen Investments unter den Versicherern zählt neben der Allianz die Meag. Der Vermögensverwalter der Munich Re Börsen-Chart zeigen und des Ergo-Konzerns will in den kommenden Jahren seine Infrastruktur-Investitionen auf 1,5 Milliarden Euro ausbauen, im Bereich der Erneuerbaren Energien sollen es 2,5 Milliarden Euro werden, wie die Meag gegenüber manager magazin online erklärte.

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